Winguard Sport 3 lautet der Name des neuesten Produkts, das ab Juli dieses Jahres offiziell das Nexen-Line-up für die Wintersaison ergänzt. Erste Eindrücke vom Leistungsvermögen des neuen Profils konnten sich europäische Handelspartner und Medienvertreter im Winterfahrpark Lungau im österreichischen Thomatal machen. Bei perfekten winterlichen Bedingungen standen Fahrzeugmodelle von BMW, Cupra und Toyota bereit, um die Reifenneuheit in verschiedenen Handling- und Dynamik-Disziplinen an ihre Grenzen – und mitunter auch darüber hinaus – zu bringen.
„Der Entwicklungsfokus lag auf Sicherheit und Kontrolle bei Nässe und Schnee”, erläuterte Produktexperte Ralf Flachbarth bei seiner Präsentation. Diese Eigenschaften seien im UHP-Segment – auf das Nexen mit dem Winguard Sport 3 abzielt – besonders wichtig. Entsprechend wird der Winterreifen überwiegend in größeren Dimensionen auf den Markt kommen und final eine Größenrange von 16 bis 21 Zoll abdecken. 69 Prozent bzw. 87 von den insgesamt 126 geplanten Spezifikationen decken dabei den von Nexen als „Premium” bezeichneten Bereich ab 18 Zoll aufwärts ab. Die wichtigsten 79 Größen sind zum Launch im Juli bereits verfügbar, weitere 47 Einheiten vervollständigen bis Mitte 2026 das Line-up. Bei der Entwicklung des laufrichtungsgebundenen Profils setzte Nexen eigenen Angaben zufolge verstärkt auf Künstliche Intelligenz, wodurch unter anderem die Anzahl produzierter Prototyp-Reifen reduziert werden konnte.
Investitionen in das Produktionsnetzwerk
Hergestellt wird der Winguard Sport 3 im tschechischen Žatec, wo auch bereits die im Rahmen des Launch-Events verwendeten Vorserien-Editionen des Reifens ihren Ursprung hatten. Mit Blick auf die Eröffnung des Werkes im Jahr 2019 und den in den Folgejahren insbesondere durch Corona entstandenen Unsicherheiten bezüglich weiterer Investitionen sprach Peter Gulow, Nexen Tire Vice President Europe Central & East, von einer „bewegten Zeit”, die der Reifenhersteller in der jüngeren Vergangenheit erlebt habe. 5,5 Millionen Reifen können pro Jahr im ersten Fabrikteil produziert werden, der inzwischen um einen identischen Part erweitert wurde. Unter den Verantwortlichen herrscht Optimismus, dass damit in absehbarer Zeit die anvisierte Jahreskapazität von elf Millionen Reifen erreicht wird.
Peter Gulow betonte in seiner Ansprache zudem, dass Nexen „den umgekehrten Weg wie einige Wettbewerber beschreite” und statt Standorte zu verkleinern oder gar zu schließen, explizit in diese investiere. Gegenwärtig verfügt der Reifenhersteller über zwei Werke in Yangsan und Changnyeong im heimischen Südkorea, eines in Qingdao in China sowie den bereits erwähnten Standort in Tschechien. Mittelfristig dürfte eine weitere Fabrik das Produktionsnetzwerk ergänzen, auch wenn sich die Verantwortlichen zu einem solchen Projekt aktuell noch bedeckt halten.
Präsenz in der Erstausrüstung und im Ersatzmarkt
„Im Aftermarket sind unsere Produkte in einem sehr attraktiven Segment positioniert, was auch zu einer hohen Nachfrage im Ersatzmarktgeschäft führt”, hatte Peter Gulow im Interview mit unserer Fachzeitschrift im Mai vergangenen Jahres berichtet. In Verbindung mit dem Ausbau des tschechischen Werkes und dem zur Wintersaison zur Verfügung stehenden Winguard Sport 3 soll es nun gelingen, dies alles in einen höheren Marktanteil und größere Volumina zu übersetzen. Als Benchmark und Nachweis der Produktqualität spielt dabei auch das OE-Engagement weiter eine zentrale Rolle.
Nexen ist seit 2013 in der europäischen Erstausrüstung aktiv. Nach dem Start mit Volkswagen hat der Reifenhersteller seine OE-Präsenz immer weiter diversifiziert und sich zuletzt zunehmend auf den UHP-Bereich fokussiert. Neben einem Ausbau der prestigeträchtigen Kooperation mit Porsche kamen 2024 etwa Erstausrüstung-Homologationen für den 5er BMW sowie die Mercedes-Benz E-Klasse hinzu. Weltweit beliefert der Konzern inzwischen mehr als 100 Fahrzeugmodelle von 29 verschiedenen Herstellern.