Wie der Order-to-Cash-Prozess Liquidität fördert

Niedriger Digitalisierungsgrad in Zahlungsprozessen

Zahlungsprozesse im deutschen Automobilhandel sind noch stark manuell geprägt – obwohl Kunden zunehmend eine digitale Abwicklung erwarten.  Foto: sofiko14 – stock.adobe.com

Das Zahlungsmanagement entwickelt sich vom administrativen Hintergrundprozess zu einem strategischen Faktor für Liquidität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit im Autohaus- und Werkstattgeschäft – besonders in einem konsolidierenden Marktumfeld. Die von der Aufinity Group präsentierten Ergebnisse zeigen, dass zwischen den Kundenerwartungen und den tatsächlich hinterlegten digitalen Zahlungsstrukturen eine Lücke klafft. Das Angebot bezahl.de soll helfen, diese zu schließen. Kundenerwartungen vs. Realität also: 90 Prozent der befragten Autohäuser nehmen hohe Kundenerwartungen an einer schnellen, digitalen Zahlung wahr. Gleichzeitig bieten aber nur 11 Prozent Online-Payment beim Fahrzeugkauf an, und Zahlungsaufforderungen werden noch immer überwiegend per E-Mail oder persönlich übermittelt.

Der Digitalisierungsgrad der Zahlungsprozesse ist laut der Studie aktuell noch gering. Und nicht nur in Bezug auf die Kundenerwartungen, sondern auch hinsichtlich interner Ressourcen besteht großes Potenzial. Ein erheblicher Teil der täglichen Arbeit im Backoffice von Autohäusern entfällt noch immer auf die manuelle Abstimmung rund um Rechnungen, Zahlungseingänge und offene Posten. Dies bindet Ressourcen. Über die Hälfte aller Betriebe verbringt bis zur Hälfte der Arbeitszeit mit manuellen Aufgaben in der Zahlungsabwicklung und -verwaltung, was laut Aufinity die Zufriedenheit der Mitarbeitenden im Autohaus senkt. Nicht nur aus diesem Grund planen offenbar 49 Prozent der Händler Investitionen in digitale Lösungen für die Zahlungsabwicklung in den kommenden drei Jahren. Den Bedarf und die Bereitschaft belegt der Automotive Payment Report mit konkreten Zahlen zur aktuellen Payment-Situation im Autohaus-Geschäft: 71 Prozent der befragten Betriebe bezeichnen ihre Zahlungsprozesse als überwiegend manuell, 61 Prozent prüfen den Zahlungsstatus durch Rücksprache mit der Buchhaltung, und in über 80 Prozent der Fälle erhalten Kunden keine automatische Eingangsbestätigung. Zudem ordnen laut Aufinity 39 Prozent der Betriebe EC- und Kreditkartenzahlungen überwiegend oder vollständig manuell zu. 

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Der Kölner Fintech-Startupper Lasse Diener bietet seit sieben Jahren mit der Aufinity Group GmbH Zahlungs- und Forderungen-Dienste für die Automobilbranche an. Foto: Aufinity

Die größten Herausforderungen sind derzeit offene Posten/Mahnwesen (52 Prozent), Schadenabwicklung (48 Prozent) und Verzögerungen beim Zahlungseingang (40 Prozent). Der Informationsfluss zwischen Verkauf, Buchhaltung und Kunden bleibt in vielen Betrieben fragmentiert, heißt es in der Studie. Eine zentrale Erkenntnis ist zudem: Es gibt einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Digitalisierungsgrad und Mitarbeiterzufriedenheit. Betriebe mit geringem Anteil manueller Aufgaben erreichen eine durchschnittliche Zufriedenheit von 4,0, während sie bei hohem Anteil manueller Tätigkeiten auf 3,6 sinkt. Der Markt für digitale Zahlungslösungen ist umkämpft, da das Potenzial riesig ist. Im Wettbewerb tummeln sich neben spezialisierten Anbietern wie Aufinity auch Unternehmen wie Cardis Reynolds, Betzemeier, Audaris, Loco-Soft oder Nextlane, die Payment als Teil einer breiteren Systemlösung integrieren. Wenn Autohäuser ihre digitalen Strukturen aus mehreren Komponenten verschiedener Anbieter bauen, stellt sich stets die Herausforderung einer harmonisierten Systemintegration – auch diesbezüglich ist der Optimierungsbedarf im Markt erheblich. 

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