Neues Pyrolysewerk in Tschechien

Pyrum und Suas vereinbaren Joint Venture

Pyrum2 AltreifenPyrum entwickelt seit 2008 eine Technologie zur nahezu emissionsfreien Verwertung von Altreifen und Kunststoffen.  Foto: Pyrum Innovations AG

Die Anlage soll jährlich mehr als 22.000 Tonnen Altreifen verarbeiten und voraussichtlich 2027 in Betrieb gehen. Ein wesentlicher Projektschritt ist der Abschluss eines zehnjährigen Ölabnahmevertrags für das am Standort produzierte Pyrolyseöl. Parallel laufen die Vorbereitungen für Kreditverträge und den Anlagenkaufvertrag. Bestellungen von Komponenten mit langen Lieferzeiten sind für Frühjahr 2026 vorgesehen. Mit dem anschließenden Baustart beginnt dann die Umsetzungsphase. Die Partner betonen die strategische Bedeutung des Projekts, das bereits im März dieses Jahres vereinbart worden war: „Mit der Unterzeichnung des Vertrags freuen wir uns auf eine langfristige und enge Zusammenarbeit mit Pyrum“, erklärt Martin Čermák, stellvertretender Vorsitzender der Suas Group. „Diese Partnerschaft vereint unsere technologische Expertise, industrielle Stärke und strategischen Ziele in einem Projekt von besonderer Bedeutung. Wir sind stolz darauf, die wachsende Kreislaufwirtschaft in Europa gemeinsam mit Pyrum aktiv mitzugestalten. Jetzt beginnt eine neue Phase, in der wir dieses Werk Realität werden lassen und das volle Potenzial unserer Zusammenarbeit ausschöpfen werden." Pyrum-CEO Pascal Klein sieht das Vorhaben als wichtigen Schritt für die industrielle Skalierung des Recyclings: „Dieses neue Werk ist weit mehr als nur eine weitere Anlage – es steht für Fortschritt, Kooperation und den Beweis, dass Kreislaufwirtschaft im industriellen Maßstab erfolgreich funktionieren kann. Gemeinsam mit Suas wollen wir zeigen, dass nachhaltige Technologien und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können.“

Der Standort bietet nach Meinung der Verantwortlichen infrastrukturelle Vorteile: Suas gehört zu den größten unabhängigen Energieerzeugern Tschechiens und ist in mehreren industriellen Bereichen aktiv. So kann das bei der Pyrolyse entstehende Gas im vorhandenen Kraftwerk von Suas ohne zusätzliche Investitionen verstromt werden, womit sich ein geschlossener Energie- und Stoffkreislauf realisieren lässt. Pyrum entwickelt seit 2008 eine Technologie zur nahezu emissionsfreien Verwertung von Altreifen und Kunststoffen. Das Unternehmen gewinnt daraus rCB und Pyrolyseöl, die von Partnern wie BASF, Continental und Schwalbe weiterverarbeitet werden. Die bestehende Anlage am Stammsitz Dillingen/Saar wurde 2024 erweitert und verfügt über Reach- und ISCC-Plus-Zertifizierungen.

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