Im Dezember 2024 hatte der Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK) als Vertreter der Landesinnungsverbände beschlossen, die seit 1978 existierende gemeinsame Geschäftsstelle mit dem ZDK aufzulösen und eine eigene Geschäftsstelle zur Erfüllung der Akkreditierungsrichtlinien für den Erhalt der AÜK zu schaffen. Diese Entscheidung und ihre möglichen Folgen haben seitdem für reichlich Diskussionen und Irritationen innerhalb der Branche gesorgt. Auch wir haben in unserem Podcast Weekly über die Thematik gesprochen.
Wie genau ZDK und ZVK künftig in vereinter Form aber mit getrennten Geschäftsstellen agieren wollen und können, soll nun eine Projektgruppe aus Vertretern beider Verbände erarbeiten. Zu einem ersten Austausch zwischen den Vorständen von ZDK und ZVK sowie Vertretern des Haupt- und Ehrenamts der Landes- und Fabrikatsverbände kam es dieser Tage im Rahmen einer Klausurtagung in Berlin. „Wir müssen das Vertrauen der Betriebe wiedergewinnen, und dies geht nur über eine konstruktive Zusammenarbeit”, formulierte Thomas Peckruhn, ZDK-Vizepräsident und Sprecher des Fabrikatshandels, den Anspruch an sich und seine Kolleginnen und Kollegen. „Wir haben hier in Berlin in einem guten Geist und einem neuen Verständnis der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt begonnen. Dies wollen wir bis zur nächsten Mitgliederversammlung mit konkreten Lösungen untermauern.“
Auf der kommenden ZDK-Mitgliederversammlung am 23. September in Weimar soll die Projektgruppe einen Vorschlag für eine mögliche neue Struktur und eine entsprechend angepasste Satzung präsentieren. ZDK-Präsident Arne Joswig richtete den Blick auf das Verbindende beider Verbände und betonte zudem die trotz der aktuellen Situation bestehende Handlungsfähigkeit: „Unser gemeinsames Ziel ist, den bestmöglichen Weg für eine auch zukünftig starke gemeinsame Vertretung der Interessen im Kraftfahrzeuggewerbe zu finden. Darin sind wir uns einig. Den Weg zu diesem Ziel definieren wir jetzt neu und passen ihn an die geänderten Anforderungen an. Unterdessen arbeiten wir im Verband gemeinsam weiter an vielen wichtigen Aufgaben und Projekten mit dem Ziel, Gutes für unsere Betriebe zu erreichen.“ Detlef Peter Grün, ZDK-Vizepräsident, ZVK-Vorstandsvorsitzender und Bundesinnungsmeister, bestätigte die Gemeinsamkeiten, hält jedoch das Ende der gemeinsamen Geschäftsstelle weiterhin für den richtigen Weg: „Die Ziele von Handel und Werkstätten sind synchron. Wir müssen aber gemeinsam an der wirkungsvollen Umsetzung arbeiten, die in eine gemeinsame und starke Interessensvertretung auf nationaler und europäischer Ebene mündet. Eine Trennung der Geschäftsstellen unter einem gemeinsamen Dach führt zu mehr Rollenklarheit und einer höheren Effizienz.“
Verbandsintern gilt es also, in den kommenden Monaten wichtige Weichen zu stellen, um auch in Zukunft im Sinne des hiesigen Kfz-Gewerbes wirken zu können. Dass das ohne Hauptgeschäftsführer Dr. Kurt Christian Scheel geschieht, haben wir bereits vor einigen Wochen berichtet. Nach außen ist der ZDK derweil wie gewohnt bemüht, auf politischer Ebene Einfluss zu nehmen. Ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung haben die Verantwortlichen bereits untermittelbar nach der Wahl von Kanzler Merz kommuniziert. Diesbezüglich nimmt Arne Joswig jedoch vor allem auch den neuen Verkehrsminister Patrick Schnieder in Verantwortung: „Es ist höchste Zeit, dass wir bei Planung, Genehmigung und Umsetzung im Mobilitätsbereich spürbar schneller werden“, so der ZDK-Präsident. „Gerade in der Fläche muss Mobilität zuverlässig und bezahlbar bleiben. Dafür braucht es klare Prioritäten: Erhalt vor Neubau, zügige Sanierung statt jahrelanger Hängepartien.“ Joswig signalisierte zudem Bereitschaft seitens des ZDK, im geplanten „Expertenforum klimafreundliche Mobilität und Infrastruktur“ mitzuwirken.