In dem am Morgen nach der Wahl herausgegebenen Statement betont der Verband in Person von ZDK-Präsident Arne Joswig zwar ganz zu Anfang: „Wir gratulieren dem Wahlsieger Friedrich Merz!“, um dann direkt im Anschluss in die Benennung der Probleme und die Forderung nach Ergebnissen überzugehen: „Ein klares Ziel muss jetzt sein: zeitnah Lösungen für die drängendsten Themen der kriselnden Automobilbranche erarbeiten und Deutschlands Schlüsselindustrie endlich wieder auf Wachstumskurs bringen.“ Dafür wünsche man sich eine rasche Koalitionsbildung, damit die den Automobilsektor betreffenden Themen schnell angegangen werden können.
„Die Politik muss in der neuen Legislaturperiode schnellstmöglich die Weichen dafür stellen, dass der Automobilsektor als großer Wirtschaftszweig endlich wieder attraktive Rahmenbedingungen vorfindet“, fordert Joswig. Zu den drängendsten Aufgaben gehören für den ZDK dabei die Schaffung der passenden Rahmenbedingungen für die Einführung der E-Mobilität in der Fläche, damit die Vorleistungen der Kfz-Betriebe in Sachen Investitionen in Hochvolt-Ausbildung und Werkstattausrüstung nicht umsonst waren. Dazu sei ein beschleunigter Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur vonnöten, um auch Bevölkerungsschichten ohne eigene Wallbox den Umstieg auf E-Mobilität zu ermöglichen. Gleichzeitig seien günstigere Ladestrompreise für E-Fahrzeuge sowie Kaufanreize erforderlich. „Wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen, dann muss die Politik jetzt zielgerechte Maßnahmen ergreifen, um den Wechsel zur E-Mobilität für Verbraucherinnen und Verbraucher sinnvoll und praktikabel zu gestalten”, unterstreicht Arne Joswig dahingehend. Parallel dazu müssen auch erneuerbare Kraftstoffe bis 2030 als entlastende Option gefördert und anerkannt werden, fordert der ZDK, damit Mobilität bezahlbar bleibt und nicht zur sozialen Frage wird.
Darüber hinaus sei ein Abbau der Bürokratie – besonders für Autohäuser und Werkstätten – essenziell, und ein Vorziehen der Überprüfung der CO2-Flottenregulierung auf EU-Ebene nun unerlässlich. Die Bundesregierung müsse sich diesbezüglich noch stärker in Brüssel positionieren. Ferner müsse sich die zukünftige Bundesregierung entschieden auf EU-Ebene und in bilateralen Gesprächen mit den USA gegen protektionistische Maßnahmen stellen, da neue Handelsbarrieren insbesondere den deutschen Mittelstand in der Automobilbranche hart treffen würden.„In Zeiten rapider geopolitischer Veränderungen treten wir für ein starkes und eigenständiges Europa ein“, betont Joswig. „Wir wollen faire Wettbewerbsbedingungen im globalen Autohandel. Das Ziel muss sein, bilaterale Beziehungen zu schützen und unsere eigenen Interessen zu wahren.“