Innovatives Verfahren

BMW baut Kompetenzzentrum für Batteriezellrecycling

P90581203-lowResDas CRCC soll in ein bestehendes Gebäude integriert werden und 2.200 Quadratmeter Platz für rund 20 Mitarbeiter bieten.  Bild: BMW Group

Das neue CRCC wird neben dem BCCC (Battery Cell Competence Center) im Münchner Norden und dem CMCC (Cell Manufacturing Competence Center) in Parsdorf eins von inzwischen drei Kompetenzzentren sein, in denen die BMW Group ihr Batteriezell-Knowhow bündeln möchte. Auf einer Fläche von 2.200 Quadratmetern wird das CRCC in die Erweiterung eines bestehenden Gebäudes im Gewerbegebiet Kirchroth-Nord integriert. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro. Begonnen werden soll mit dem Aufbau der Anlagen Mitte/Ende 2025. Aufgebaut und betrieben wird das Kompetenzzentrum von der Encory GmbH, das geistige Eigentum des Recyclingverfahrens liegt allerdings vollständig bei der BMW Group. Als Joint-Venture der BMW Group und der Interzero Group entwickelt und implementiert Encory Logistik- und Beratungslösungen unter anderem in den Bereichen Rückholung, Recycling und Wiederaufbereitung von Fahrzeugkomponenten. Die beiden Partner halten jeweils 50 Prozent an dem Unternehmen. „Mit dem neuen Kompetenzzentrum für Batteriezellrecycling erweitern wir unser Inhouse-Knowhow um einen weiteren Baustein: Von der Entwicklung über die Pilotproduktion bis zum Recycling schaffen wir einen geschlossenen Kreislauf für Batteriezellen“, erklärt Markus Fallböhmer, Leiter Batterieproduktion bei der BMW AG. Dabei sollen die Wege zwischen den Kompetenzzentren kurz gehalten werden.

Rohstoffe für Batteriezellen (wie Lithium, Kobalt, Graphit, Mangan, Nickel, Kupfer) bilden den größten Kostenpunkt bei der Fertigung von Batteriezellen. Diese Rohstoffe möchte die Akteure per Direktrecycling wieder dem Kreislauf zuführen: „Das Direktrecycling wird dazu beitragen, die Kosten unserer Batteriezellpilotlinie zu reduzieren“, erklärt Fallböhmer. Denn das Verfahren zeichnet sich laut Unternehmensangaben dadurch aus, dass die zurückgewonnenen Rohstoffe ohne den Umweg über die Rückwandlung in den Ursprungszustand in den Kreislauf der Zellfertigung zurückgegeben werden. Somit fällt beim Direktrecycling die bisher übliche, energieintensive chemische oder thermische Aufbereitung weg. Entwickelt wurde dieses Verfahren in den Kompetenzzentren in München und Parsdorf. Am Standort Kirchroth soll es dann in größerem Stil zur Anwendung kommen, sodass BMW auf eine Recycling-Masse im mittleren zweistelligen Tonnenbereich hofft. Die so gewonnenen Rohstoffe sollen dann wieder für die Zellproduktion in Parsdorf verfügbar gemacht werden.

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