Präsentiert wurden die neuen Produkte auf der Wiederaufbereitungsmesse Rematec im April in Amsterdam, über die Automotive Insights bereits hier berichtet hat. Ziel der langfristigen Partnerschaft zwischen Stellantis und Valeo soll sein, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern, um so Abfall, Ressourcenverbrauch und den ökologischen Fußabdruck zu verringern und gleichzeitig einen finanziellen Mehrwert zu generieren. Stellantis möchte bis zum Jahr 2038 klimaneutral sein. Auf der anderen Seite hat sich Valeo mit dem Dekarbonisierungsprogramm CAP 50 dazu verpflichtet, bis 2050 die CO2-Neutralität zu erreichen. Dabei soll bei beiden Unternehmen der Wiederaufbereitung eine zentrale Rolle zukommen.
Bei der Wiederaufbereitung handelt es sich um ein standardisiertes industrielles Verfahren, das die Lebensdauer eines gebrauchten Produkts verlängert, indem die ursprünglichen OEM-Spezifikationen wiederhergestellt werden. Damit erhält das wiederaufbereitete Teil die gleiche Leistung und Garantie wie neue Teile innerhalb des Angebots von Stellantis Parts & Services. So wurde nun also der erste von Valeo wiederaufbereitete Scheinwerfer eingeführt, für den bis zu 50 Prozent der aus den gebrauchten LED-Scheinwerfern gewonnenen Rohstoffe wiederverwendet werden, unter anderem auch das LED-Modul. Die CO2-Emissionen können damit im Vergleich zur Herstellung eines neuen Scheinwerfers laut Unternehmensschätzungen um bis zu 70 Prozent verringert werden. Im Hause Stellantis soll der Scheinwerfer ab Ende der ersten Jahreshälfte 2025 in das Aftersales-Angebot in Europa integriert werden und zunächst in den Peugot-Modellen 3008 und 5008, später dann auch dem 508 zur Anwendung kommen.
Ein weiteres von Valeo mit Stellantis entwickeltes Remanufacturing-Produkt ist das Fahrzeug-Display, das ebenso wie die Frontkamera im Circular Electronics Lab von Valeo im französischen Nevers wiederaufbereitet wird. Dieses wird sich ab Juni im Sortiment von Sustainera für die Modelle Peugeot 308, Citroën C3 und C3 Aircross, DS 3 Crossback, Opel Grandland, Corsa und Mokka befinden. Unter dem Sustainera-Label bietet Stellantis wiederaufbereitete Kfz-Ersatzteile mit 12.000 Teilen aus 40 verschiedenen Produktlinien an, darunter befinden sich Anlasser, Lichtmaschinen, Kupplungen, Turbolader, Einspritzdüsen, Bremssättel, elektronische Steuermodule, Steuergeräte, Multimedia, SCR-Tanks, Getriebe, Motoren und Hochspannungsbatterien für Elektrofahrzeuge.
„Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Valeo bei der Einführung der ersten wiederaufbereiteten Frontkamera für ADAS-Systeme erweitern wir nun unser Portfolio an Reman-Produkten, um auch elektronische Komponenten einzuschließen“, führt Laurence Hansen, SVP Global Circular Economy bei Stellantis, aus. „In diesem Zusammenhang führen wir nun den ersten wiederaufbereiteten LED-Scheinwerfer ein. Dies zeigt unser Engagement, bei der Wiederaufbereitung von Kfz-Teilen innovativ zu sein und der großen Nachfrage nach Scheinwerfern und Displays am Ersatzteilmarkt auf erschwingliche und nachhaltige Weise gerecht zu werden." Und Christophe Le Ligné, Valeo Group R&D VP and Light CTO, betont: „Bei Valeo ist Nachhaltigkeit nicht nur ein Wort, es ist eine Verpflichtung zum Handeln. Bei Valeo bedeutet Nachhaltigkeit Handeln durch Teamwork. Wir sind stolz darauf, unser Portfolio an Remanufacturing-Produkten dank der Zusammenarbeit mit Stellantis zu erweitern und gleichzeitig unsere industriellen Tätigkeiten neu aufzustellen. Nach einem erfolgreichen Start unserer weltweiten Premiere vor zwei Jahren stehen wir nun vor der Einführung der Europapremiere mit einem wiederaufbereiteten Scheinwerfer. Wir stellen dem Endverbraucher ein ‚As-good-as-new‘-Angebot zu einem geringeren Preis bereit.“
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