Wie einer Mitteilung von KW automotive zu entnehmen ist, hat sich Fichtenberger Fahrwerksspezialist sämtliche relevanten Vermögenswerte der BBS-Betriebsstätten in Schiltach und Herbolzheim aus dem derzeit laufenden Insolvenzverfahren der BBS Autotechnik GmbH gesichert. Dazu zählen etwa Werkzeuge und Anlagen, Produktionsausstattung, Gebrauchsmuster sowie noch vorhandene Warenbestände. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. „BBS ist mir eine Herzensangelegenheit. Nach den harten Einschnitten der vergangenen Monate schaffen wir nun die Voraussetzungen für einen Neuanfang“, versichert Klaus Wohlfarth, geschäftsführender Gesellschafter der KW automotive GmbH, der zuvor bereits die Marke BBS sowie das gesamte Aftermarket-Geschäft gehörten.
Die Einigung mit Klaus Wohlfarth freut auch den BBS-Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl: „Die Wiederaufnahme der Produktion von Felgen der Marke BBS aus dem mittlerweile fünften Insolvenzverfahren eines BBS-Herstellers ist ein Erfolg, den viele wahrscheinlich nicht mehr für möglich gehalten haben. Nachdem es aufgrund der Situation bei der BBS Autotechnik GmbH leider nicht möglich war, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und ich gezwungen war, den Mitarbeitenden die Kündigung auszusprechen, ist der Verkauf der Vermögenswerte ein Lichtblick.” Mit Unterstützung von zuletzt 17 BBS-Beschäftigten hatte der Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb der insolventen BBS Autotechnik GmbH in den vergangenen Monaten abgewickelt.
Mit Flexibilität im Aftermarket punkten
Für KW automotive ergibt sich nach Aussage der Verantwortlichen durch den Deal die Möglichkeit, in Schiltach „ein seit Ende 2023 vorliegendes Konzept für eine weitgehend automatisierte und digitale Produktionslinie neu aufzunehmen”. Ziel sei es, BBS-Räder sehr schnell und flexibel anfertigen zu können, um so die Fertigungstiefe und damit den Manufakturgedanken weiterzuentwickeln. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, wurden in den vergangenen Wochen vorbereitende Maßnahmen für den Neustart in der eigens gegründeten Radmanufaktur mit Sitz in Herbolzheim umgesetzt. Diese seien „in äußerst schlanken Strukturen” erfolgt. Die Wiederaufnahme der örtlichen Logistikprozesse sowie die Wiederinbetriebnahme der Lackierung seien zentrale Schritte für das zukünftige Geschäftsmodell.
Mit einem klaren Fokus auf das Aftermarket-Geschäft in Verbindung mit der Flexibilität des „BBS Unlimited”-Programms sieht Klaus Wohlfarth große Chancen für die Marke BBS: „Die Komplexität eines Rades soll uns nicht daran hindern, jedem BBS-Fan und jedem interessierten Kunden mehrere Optionen von passenden Leichtmetallrädern anzubieten, die zudem in der Gestaltung völlig frei konfiguriert werden können. Dieser in unserer Branche einmalige Ansatz der Kundenorientierung wird sicherlich ein wesentlicher Schlüssel für den zukünftigen Erfolg sein.“ „Unlimited”-Räder von BBS weisen standardmäßig einen Lochkreis von 5x117,5 Millimetern auf, der sich mittels Nabenadapter und Zentrierringe an eine Vielzahl von Fahrzeugmodellen anpassen lassen soll. Je nach Design reicht die Größen-Range dabei von 19 bis 22 Zoll.
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