Erst 2022 hatten die durchschnittlichen Reparaturkosten die 600 Euro überschritten, 2023 lagen sie dann bereits bei 657 Euro. Für das Jahr 2024 hat CarGarantie bei der Analyse von rund einer Million ausgelaufener Garantieverträge für Neu- und Gebrauchtwagen aus allen europäischen Märkten, durchschnittliche Reparaturkosten für garantiepflichtige Schäden von 718 Euro festgestellt. Das entspricht einer Steigerung für mehr als 9 Prozent. „Der Anstieg bei den durchschnittlichen Reparaturkosten kommt nicht unerwartet“, erklärt Dr. Marcus Söldner, Vorstandsvorsitzender CarGarantie. „Die kürzlich durchgeführte puls-Studie hatte bereits festgestellt, dass der Großteil der Entscheider in der Automobilindustrie eine Preissteigerung für Werkstattleistungen erwartet. Auch wir hatten eine Fortsetzung des Anstiegs bereits vorausgesagt. Diese Prognose ist eingetreten, und das sogar in bedeutendem Ausmaß: Bereits vergangenes Jahr verzeichneten wir einen Preissprung von rund 40 Euro, in diesem Jahr fiel der Anstieg mit über 60 Euro sogar noch einmal höher aus.“
Nach wie vor ist dabei der Motor für die teuersten Schäden verantwortlich: Bei Gebrauchtwagen steigt der Anteil im Vergleich zum Vorjahr auf 26 Prozent (Vorjahr: 25,9 Prozent). Auf Platz 2 folgt die Kraftstoffanlage inklusive Turbolader mit 17,7 Prozent (Vorjahr: 17,6 Prozent), auf Platz 3 die elektrische Anlage mit 12,9 Prozent (Vorjahr: 13,4 Prozent). Ähnlich verhält es sich bei Neuwagen: Hier ist der Motor für 18,4 Prozent der Reparaturkosten verantwortlich (Vorjahr: 20,4 Prozent), gefolgt von der elektrischen Anlage mit 17,8 Prozent (Vorjahr: 14,7 Prozent) und der Kraftstoffanlage mit 15,5 Prozent (Vorjahr: 17,1 Prozent, Platz 2).
Das anfälligste Bauteil bleibt laut CarGarantie weiterhin die elektrische Anlage. Sie ist bei Gebrauchtwagen für mehr als ein Fünftel der Schäden verantwortlich (21,5 Prozent/Vorjahr: 22,1 Prozent). Kraftstoffanlage und Motor folgen mit 18,2 Prozent (Vorjahr: 17,7 Prozent) und 13,5 Prozent (Vorjahr: 14,0 Prozent). Bei Neuwagen steigt die Schadenhäufigkeit der elektrischen Anlage von 22,2 Prozent im Vorjahr auf nun 26,1 Prozent. Ebenso ist die Anfälligkeit der Komfortelektrik bei Neuwagen leicht von 14,2 Prozent im Vorjahr auf nun 14,9 Prozent gestiegen. Damit liegt sie 2024 Platz 2, gefolgt von der Kraftstoffanlage mit 12,9 Prozent (Vorjahr: 15,1 Prozent).
Nur geringe Veränderungen zeigt die Statistik beim Schadeneintritt, also wann die Schäden auftreten: 2024 traten bei Gebrauchtwagen 27,1 Prozent der Schäden innerhalb der ersten 5.000 Kilometer auf (Vorjahr: 27,6 Prozent). Derweil traten 21,0 Prozent der Schäden erst nach mehr als 25.000 KIlometer auf (Vorjahr: 21,2 Prozent). Zur gleichen Statistik bezüglich Neuwagen macht CarGarantie in ihrer Mitteilung keine Angaben.
Dr. Marcus Söldner glaubt auf Grundlage der jüngsten Erhebungen nicht, dass der Gipfel der Reparaturkosten erreicht sei: „Die Situation des internationalen Handels und die zahlreichen Krisen lassen eher noch weitere Steigerungen befürchten. Sowohl für den Handel als auch für den Endkunden ist eine Absicherung gegen solche Kosten von großer Bedeutung. Garantie- und Reparaturkostenversicherungen stehen daher mehr denn je im Fokus.“
JETZT unseren WhatsApp-Kanal abonnieren und auf dem Laufenden bleiben ➡️ Hier klicken