Stabile TÜV-Mängelquoten trotz älterer Fahrzeuge

„Die Fahrzeugsicherheit ist weiter auf sehr hohem Niveau“

TÜV Nord HUIm Zuge der Hauptuntersuchung werden Fahrzeug auf technische Sicherheit und Verkehrstauglichkeit überprüft.  Foto: TÜV Nord

Auch die Anzahl der innerhalb des TÜV-Verbands durchgeführten Hauptuntersuchungen (HU) hat sich mit rund 10,2 Millionen im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Dabei wiesen ein Fünftel der Fahrzeuge erhebliche Mängel auf (20,6 Prozent; +0,1) auf, während zwei Drittel der geprüften Fahrzeuge keine Mängel attestiert wurden (67,9 Prozent; -0,4 Prozent). Blickt man nur auf die vom TÜV Nord beigesteuerten Daten waren 60,2 Prozent aller Pkw ganz ohne Mängel. Diesen standen 25,4 Prozent mit schwerwiegenden Mängeln und 0,06 Prozent, die sofort stillgelegt werden mussten, gegenüber. Mit Blick auf das Durchschnittsalter von 11,9 Jahren zeigt sich Hartmut Abeln, Geschäftsführer bei TÜV Nord Mobilität, mit den Resultaten zufrieden: „Trotz des zunehmenden Fahrzeugalters – das aktuell einen neuen Rekordwert erreicht – können wir erfreulicherweise feststellen, dass die Mängelquoten nicht weiter ansteigen. Dies unterstreicht die wichtige Rolle der regelmäßigen Hauptuntersuchung bei TÜV Nord. Besonders erfreulich ist die wachsende Zahl an E-Autos in der Hauptuntersuchung, was den Fortschritt der Mobilitätswende widerspiegelt und das gesteigerte Interesse an alternativen Antrieben verdeutlicht.“

Ähnlich äußert sich Jürgen Wolz, Leiter Service Line Mobility und Amtliche Tätigkeiten Deutschland Division Mobility TÜV Süd, der anlässlich des TÜV-Reports 2025 konstatiert: „Die Fahrzeugsicherheit ist weiter auf sehr hohem Niveau. Das gilt insbesondere auch für die zunehmende Zahl an Elektroautos.“ Auffällig bei letzteren sei jedoch, dass in Sachen Haltbarkeit die Stromer-Modelle vorne liegen, die auf Verbrenner-Plattformen basieren. Überzeugen können etwa der VW e-Golf und der Mini Cooper SE mit nur 3,4 respektive 4,4 Prozent erheblicher Mängel beim ersten TÜV-Check. Explizit nur für einen Elektroantrieb konzipierte Fahrzeuge wie das Tesla Model 3 (14,2 Prozent) und der erstmals im Report gelistete Renault Zoe (8,9 Prozent) weisen deutlich schlechtere Werte auf. Die TÜV-Experten verweisen in diesem Zusammenhang auf fehlende Service-Intervalle, die mitursächlich für den abermals letzten Platz des Tesla Model 3 im TÜV-Ranking sind. „Elektroautos brauchen weniger Wartung? Stimmt nicht ganz. Das betrifft lediglich den Antriebsstrang, weil keine Flüssigkeiten oder beweglichen Teile ausgetauscht werden müssen. Das Fahrwerk etwa kann von der Elektronik nicht überwacht werden“, betont Jürgen Wolz.

Tops und Flops im TÜV-Report 2025

An der Spitze des TÜV-Reports 2025 positioniert sich der Honda Jazz, dessen Exemplare in 2,4 Prozent der Fälle beim ersten TÜV-Besuch erhebliche Mängel aufweisen. Knapp dahinter landen der Vorjahresieger VW Golf Sportsvan (2,5 Prozent), Audi Q2 und der Porsche 911 Carrera mit jeweils 2,6 Prozent und der Mitsubishi ASX (2,7 Prozent). Am anderen Ende der Tabelle finden sich neben dem bereits erwähnte Model 3 (14,2 Prozent) der Ford Mondeo (13,2 Prozent) und der Škoda Scala (11,8 Prozent) wieder. Darüber hinaus halten die TÜV-Verantwortlichen fest: „Beim Blick auf die Premiummarken fällt auf, dass sich BMW – im Gegensatz zu Audi und Mercedes – nur im unteren Mittelfeld bewegt. 3er/4er, 5er/6er sowie X5/X6 müssen mit einer durchschnittlichen Quote EM von 6,5 beziehungsweise 8,2 Prozent bereits beim ersten Mal zurück in die Werkstatt – und das bei weitverbreitetem Servicevertrag. Gründe dafür sind vor allem Mängel bei der Beleuchtung sowie bei Reifen und Bremsen.”

In den einzelnen Fahrzeugklassen können der e-Golf (Kompakt), der Golf Sportsvan (Van) und der Audi Q2 (SUV) ihren Vorjahrestriumph wiederholen. Bei den Kleinwagen liegt der Gesamtgewinner Honda Jazz vorne, während der Kia Picanto der beste „Mini“ ist und in der Mittelklasse Audi A4/A5 glänzen. Mit Blick auf die Langlebigkeit loben die TÜV-Experten den Porsche 911 Carrera, dessen Vertreter auch im hohen Alter noch mit niedrigen Mängelquoten punkten. Ein weiteres Positivbeispiel ist der VW Golf Sportsvan, während der Family-Van VW Sharan im Alter von neun Jahren die höchste Quote an erheblichen Mängeln aufweist (23 Prozent). 

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