Nach einem knapp einjährigen Übernahmeprozess wird die Vitesco Technologies Group AG seit dem 1. Oktober 2024 vollständig im Schaeffler-Konzernabschluss berücksichtigt. Der Umsatzbeitrag von nahezu zwei Milliarden Euro wird in der Sparte Others erfasst und war maßgeblich für das währungsbereinigte Umsatzwachstum von 12,9 Prozent verantwortlich. Nach 16,3 Milliarden Euro im Vorjahr belief sich der Schaeffler-Umsatz 2024 auf 18,2 Milliarden Euro.
Rückgänge verzeichnete der Konzern hingegen beim EBIT vor Sondereffekten (811 Millionen Euro; -31,7 Prozent) sowie bei der entsprechenden Marge (4,5 Prozent; -2,8 Prozentpunkte). Auch das Konzernergebnis vor Sondereffekten gab deutlich nach und betrug nur noch 93 Millionen Euro (2024: 623 Millionen Euro), während das Ergebnis je Aktie gar in den roten Bereich rutschte (-0,86 Euro; 2024: +0,46 Euro). Der Free Cashflow lag mit 363 Millionen Euro ebenfalls unter dem Vorjahresniveau (2024: 421 Millionen Euro), übertraf damit aber immerhin die im Sommer 2024 angepasste Prognose (200 bis 300 Millionen Euro). Claus Bauer, Vorstand Finanzen und IT, betont: „Trotz der Auszahlungen für die Integration von Vitesco haben wir einen starken Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A erzielt. Das zeigt die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens und liegt auch an der Fortsetzung unseres disziplinierten Managements der Vorräte.”
Automotive resilient, Industrie schwach
Der Vorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld führt weiter aus: „Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz eines widrigen Umfelds wichtige Meilensteine für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens erreicht. Gleichwohl lag das operative Geschäftsergebnis unter unseren Ansprüchen, was sich in der unterschiedlichen Performance unserer Sparten spiegelt. Während sich die Sparte Automotive Technologies resilient zeigte und vor allem Vehicle Lifetime Solutions erneut ein starkes Ergebnis erzielen konnte, verzeichnete Bearings & Industrial Solutions einen Umsatz- und Ergebnisrückgang. Mit den am 5. November 2024 vorgestellten strukturellen Maßnahmen reagieren wir auf diese Herausforderungen und stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit.”
Umsätze in Höhe von 6,95 Milliarden Euro im Bereich Automotive Technologies bedeuten ein währungsbereinigtes Minus von 0,1 Prozent. Während Schaeffler vor allem bei Umsätzen und Aufträgen rund um die E-Mobilität zulegen konnte, entwickelte sich auch das EBIT vor Sondereffekten negativ (294 Millionen Euro; -13,7 Prozent). Mit 4,2 Prozent (-0,6 Prozentpunkte) lag die EBIT-Marge exakt auf dem Niveau der Sparte Bearings & Industrial Solutions, bei der der Rückgang jedoch stärker ausfiel (-3,4 Prozentpunkte). Auch in puncto Umsatzerlöse (6,57 Milliarden Euro; -4,5 Prozent) und EBIT (273, Millionen Euro; -48,2 Prozent) hatte Schaeffler in diesem Segment stärker zu kämpfen.
Verlässlich performte einmal mehr die als unter dem Namen Vehicle Lifetime Solutions gebündelte Aftermarket-Sparte. Der Zulieferer konnte seinen diesbezüglichen Umsatz um 16,9 Prozent auf mehr als 2,5 Milliarden Euro steigern und auch sein EBIT vor Sondereffekten deutlich verbessern (427 Millionen Euro; +30,1 Prozent). Die ohnehin deutlich zweistellige EBIT-Marge kletterte um weitere zwei Prozentpunkte auf 16,6 Prozent. Wesentliche Treiber der Entwicklung waren Schaeffler-Angaben zufolge positive Volumen- und Verkaufspreiseffekte.
Volatiles Geschäftsjahr 2025
Mit Beginn des neuen Jahres weist die Schaeffler AG ihre Ergebnisse zusätzlich zur Gruppenebene für die vier Sparten E-Mobility, Powertrain & Chassis, Vehicle Lifetime Solutions, Bearings & Industrial Solutions sowie Others aus. Das im Jahr 2024 in der Sparte Others konsolidierte Vitesco-Geschäft wird zukünftig in die anderen Sparten überführt. Die Sparte Others beinhaltet dann unter anderem noch Start-up-Geschäfte sowie Geschäftsaktivitäten, aus denen sich die Schaeffler Gruppe in der Regel innerhalb von 12 bis 18 Monaten zurückziehen wird.
Das Management um Klaus Rosenfeld erwartet 2025 Umsatzerlöse im Bereich von 23 bis 25 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten wird im Korridor von 3 bis 5 Prozent erwartet. „Auch das Geschäftsjahr 2025 wird von Volatilitäten geprägt sein. Unser vorsichtig optimistischer Ausblick trägt diesem Umstand Rechnung. Ausgehend von unserer neuen Aufstellung mit den vier produktorientierten Sparten blicken wir optimistisch in die Zukunft”, so der Vorstandsvorsitzende abschließend.