Marktveränderungen und Motorsportfokus  

Schmierstoff-Profis auf der Automechanika

Automechanika Frankfurt Fest in der Hand der Öl- und Schmierstoffspezialisten: Halle 12 auf dem Frankfurter Messegelände.   Foto: Daniel Lorenz 

Gewohnt umfangreich präsentierte sich im Zentrum der Halle Liqui Moly. Das Ulmer Unternehmen rückte sein Werkstattkonzept Brake Fluid Tronic in den Fokus seines Messeauftritts. Dieses vereint nach Aussage der Verantwortlichen alles, was Werkstätten für einen professionellen Bremsflüssigkeitswechsel benötigen – vom Servicegerät über die benötigten Bremsflüssigkeiten bis hin zu technischem Support und Marketingunterstützung. Passend dazu war am Liqui-Moly-Stand eine neue 4 in 1 Bremsflüssigkeit zu sehen, die ebenso wie zwei neue Additive für die Molygen-Produktfamilie – Molygen Motor Protect und Molygen Fuel Additiv – ihre Premiere erlebte. Darüber hinaus hatte sich das Unternehmen den Schutz vor Produktfälschungen auf die Fahnen geschrieben. Diesem Thema begegnet Liqui Moly mit einem Authentifizierungssystem, das mithilfe eines individuellen QR-Codes auf dem Kanisterdeckel eine zuverlässige und zügige Echtheitsprüfung von Schmierstoffen ermöglichen soll. „Das schafft zusätzliche Sicherheit für Werkstätten, Handel und Endverbraucher und stärkt das Vertrauen in Originalprodukte”, betonen die Verantwortlichen. 

Liqui Moly Mannol Automechanika
Liqui Moly und Mannol präsentierten sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Foto: Daniel Lorenz

Motorsport und Produktneuheiten waren wiederum zentrale Themen bei Mannol. Als aktuelle Sortiments-Ergänzungen vorgestellt wurden etwa das synthetische Motorenöl Molibden Ultra 5W-30 7916 sowie das vollständig öllösliche Additiv Molibden Ultra Green 9092. Das eigene Motorsport-Engagement demonstrierte das Unternehmen zudem wie vor zwei Jahren anhand eines am Messestand ausgestellten Rennfahrzeugs. Mit dem diesmal gewählten Mercedes-AMG GT3 geht das von Mannol unterstützte Grupo Prom Racing Team in mehreren Rennserien an den Start. Ein solches Exemplar war auch am Stand von Ravenol zu sehen. Der Bolide des Ravenol Racing Teams triumphierte in diesem Jahr beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Mit Blick auf den Austausch mit Partnern und Kunden sowie zahlreiche persönliche Gespräche zieht Konstantin Gaab als Geschäftsführer von Mannol und SCT Germany ein positives Automechanika-Fazit: „Natürlich ging es um Produkte und konkrete Projekte, aber genauso um die aktuelle Marktlage und die geopolitischen Entwicklungen. Viele unserer Partner beschäftigen die gleichen Fragen: Wie entwickeln sich Märkte und Lieferketten, und wie können wir auch künftig eine zuverlässige Versorgung sicherstellen? Für uns ist wichtig, solche Themen offen anzusprechen, zuzuhören und gemeinsam mögliche Lösungen und Perspektiven zu besprechen.“

Ravenol Automechanika
Mit einem Mercedes-AMG GT3 sicherte sich das Ravenol Racing Team den Sieg beim diesjährigen 24h-Rennen. Foto: Automotive Insights

Sehr offen gestaltet und als Begegnungsfläche für Dialog und Austausch ausgelegt war das Standkonzept von Rowe. Zu Talkrunden konnte das Unternehmen im Rahmen der Messe unter anderem den Ex-Fußballprofi Patrick Owomoyela sowie Automechanika-Chef Olaf Mußhoff begrüßen. Mit Rowe-Geschäftsführerin Alexandra Kohlmann sprach Mußhoff über die wachsenden Einflüsse politischer Entscheidungen und Vorgaben auf der Automechanika sowie über die Messe als Dialogplattform, die neben einem geschäftlichen Rahmen zunehmend auch emotionale Bedürfnisse bedienen muss. Genau diese Aspekte hatte der Automechanika-Direktor im Vorfeld auch bereits im Podcast-Interview mit unserer Fachzeitschrift betont. Jenseits dessen informierte der Wormser Schmierstoffspezialist über die jüngsten Erfolge des Rowe-Racing-Teams sowie über neue Produkte. Als jüngste Ergänzung seiner Sunspeed-Reihe hatte Rowe das Motorenöl Multi Synt DPF SAE 5W-30 im Gepäck, während das Mehrbereichs-Motorenöl Hightec Vintage SAE 20W-50 mild legiert – passend zur Unterstützung des neuen Messe-Bausteins „Classic Alliance” – Old- und Youngtimer adressiert. 

Olaf Mußhoff, Automechanika Rowe
Automechanika-Chef Olaf Mußhoff (r.) als Gesprächsgast bei Rowe. Foto: Daniel Lorenz

Mit einer großen Präsenz wartete auch Castrol in Frankfurt auf und zeigte einen Querschnitt seines gesamten Portfolios inklusive Lösungen für Raumfahrt-Anwendungen. Das Hauptaugenmerk lag dabei jedoch auf Pkw-Produkten und ihren Neuerungen – etwa bei den Serien Castrol Edge und Castrol Magnatec –, bei denen der Konzern nach Aussage der Verantwortlichen von seiner umfangreichen OEM-Präsenz profitiert. Ein Kooperationspartner in dieser Hinsicht ist etwa die Chery Group: Wie die beiden Unternehmen zuletzt mitteilten, soll in der ersten Hälfte 2027 eine speziell auf Chery-Fahrzeuge abgestimmte Motorölreihe auf den Markt kommen. Ein Showcar des Audi Revolut F1 Teams, ein Motorrad-Racing-Simulator sowie Einblicke in die zunehmend daten- und technologiegetriebene Schmierstoff-Entwicklung rundeten den Auftritt ab. 

Castrol Automechanika
Der Motorrad-Racing-Simulator am Castrol-Stand lud zum virtuellen Ausprobieren der eigenen Rennsport-Fähigkeiten. Foto: Automotive Insights

Ein verbindendes Thema bei den genannten Ausstellern – wie auch bei weiteren Akteuren wie etwa Emka, Mobil und Zeller+Gmelin – war die wachsende Komplexität im Schmierstoffmarkt durch neue Fahrzeuge und Freigaben. Am Stand von Wolf Oil drehte sich daher vieles um die unternehmenseigene Weiterbildungs-Plattform „Expert Academy“ und deren Lernangebot. Mit Lubri Scan und Smart Scan zeigte das Unternehmen ferner zwei weitere Lösungen für Kfz-Betriebe. Lubri Scan soll helfen, Verunreinigungen zu erkennen, während Smart Scan durch eine vereinfachte Überwachung von Füllständen die Lagerhaltung unterstützen soll. Kurz vor der Messe kommunizierte Wolf Oil außerdem bereits eine wichtige Personalie: Bereits seit Mai dieses Jahres fungiert Uwe Bartels als Nachfolger von Carsten Drews als neuer Country-Manager DACH. 

Wolf Oil Automechanika
Das Schulungsangebot der eigenen „Expert Academy“ war Thema in zahlreichen Gesprächen bei Wolf Oil. Foto: Daniel Lorenz

Auf besonderes Interesse am Emka-Stand stieß wiederum die Demonstration des Ölbindemittels „Ready to Absorb”. „Unsere kleine „Zaubershow“ entwickelte sich kurzerhand zum Dauerprogramm – mit nahezu durchgehendem Vorführbetrieb während der gesamten Messe”, resümieren die Verantwortlichen in einer Mitteilung auf der Unternehmenswebsite. Weitere zentrale Bestandteile der Emka-Präsenz waren der Emka Clean Waschtisch sowie der Audi R8 von Sharky Racing. Schließlich zog es auch die Oldenburger Teileexperten von Vierol nach Frankfurt: Neben Neuerungen bei seinen Marken Vemo, Vaico und Ackoja hatte das Unternehmen neue Expert Kits+ sowie seine „Green Mobility Solutions” für EV-Anwendungen mitgebracht. Ergänzt wurde der Auftritt in Halle 6 um Informationen rund um den KI-gestützten Kit-Finder sowie Updates beim Teileportal Vierol-Shop. „Der Aftermarket steht vor sehr konkreten Herausforderungen: mehr Varianten, mehr technische Komplexität und ein höherer Zeitdruck in den Betrieben. Genau hier setzen wir mit unseren Lösungen an – mit Produkten, digitalen Tools und Services, die Handel und Werkstätten im Tagesgeschäft unterstützen“, bringt Ibrahim Chahrour, Leiter Marketing & Innovationsmanagement, den Vierol-Anspruch auf den Punkt.

Vierol Automechanika
Die Oldenburger Teileexperten von Vierol waren in Halle 6 anzutreffen. Foto: Daniel Lorenz

Castrol, Asli Yetkin Karagul, Automechanika
Emka Automechanika
Eurolub Automechanika
Rowe Automechanika
Mobil Automechanika
Petronas Automechanika
Liqui Moly Automechanika
Zeller+Gmelin Automechanika

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