ASA-Präsident Frank Beaujean und ASA-Vizepräsident Marco Kempin wurden von den Mitgliedern einstimmig für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Frank Beaujean geht damit in seine sechste Amtszeit, Marco Kempin tritt zum vierten Mal an. Zuvor hatten die in Karlsruhe anwesenden 45 stimmberechtigten ordentlichen Mitgliedsunternehmen nach dem Bericht der Rechnungsprüfer Kristina Kallmaier und Antonio Multari ASA-Vorstand und Geschäftsstelle für die Arbeit im letzten Jahr einstimmig entlastet. Erneut einstimmig im Amt bestätigt wurde auch Andreas Weber, der als Beirat für weitere zwei Jahre dem ASA-Vorstand angehört. Zu Beginn der Tagung hatte Frank Beaujean das Ausscheiden von Wolf Erik Schmitt nach der Hälfte seiner Amtszeit als Vizepräsident aus Präsidium und Vorstand bekannt gegeben. Schmitt sieht sich vor neuen beruflichen Herausforderungen und entspricht mit seinem Rückzug den Vorgaben der ASA-Satzung. Seine Aufgaben bis zur turnusgemäßen Neuwahl im Mai 2027 übernehmen Frank Beaujean und Marco Kempin gemeinschaftlich.
Zwei Drittel der in Karlsruhe anwesenden und stimmberechtigten Mitglieder stimmten dem vorgelegten Entwurf zur Änderung und Modernisierung der Satzung zu. Diese sieht vor, dass außerordentliche Mitgliedsunternehmen mit Betätigungsschwerpunkt in Werkstattausrüstungsservice, Kalibrierung und Handel wie ordentliche Mitgliedsunternehmen künftig in der Jahresmitgliederversammlung stimmberechtigt sind. Die ASA-Satzung sieht für Wahlen künftig überdies eine Stimmgewichtung vor, die sich nach der Umsatzgröße und der Mitarbeiterzahl im Geschäftsfeld Werkstattausrüstung richtet. Der dritte Änderungspunkt betrifft die Erweiterung des ASA-Vorstandes: Neben den Fachbereichsvorsitzenden und dem gewählten Beirat gehören künftig auch vier aus den Reihen der Mitgliedsunternehmen gewählte Personen dem ASA-Vorstand an, davon drei aus den Reihen der ordentlichen Mitglieder (Hersteller und Importeure) und ein Mitglied aus den Reihen der außerordentlichen Mitgliedsunternehmen (Handel, Kalibrierlabore, Werkstattausrüstungsservice-Unternehmen).
„Wir wollen die großen Hersteller und Importeure stärker für die Verbandsarbeit zurückgewinnen, denn wir brauchen ihre Kompetenz im Vorstand und im Verband insgesamt“, erklärt der bestätigte ASA-Präsident Frank Beaujean. Zudem trage man mit der Erweiterung der Stimmrechte auf außerordentliche Mitglieder und der Installation eines Vorstandsmitglieds dem Umstand Rechnung, dass sich die Welt für die Werkstattausrüster verändert habe. „Diesen Strukturwandel müssen wir im Verband abbilden, wenn wir eine Zukunft haben wollen“, so Beaujean. Auf diesen Umstand hatten die ASA-Verantwortlichen bereits im Rahmen der Jahrespressekonferenz im Frühjahr aufmerksam gemacht. Die Bestimmungen der geänderten Satzung kommen nach Prüfung durch das Registergericht in Frankfurt am Main erstmals zur ASA-Jahresmitgliederversammlung 2027 zur Anwendung.
Optimierungsbedarf bei ASA-Kalibrierdatenbank
In die fachliche Tiefe drang Frank Beaujean in seinem Jahresbericht vor, in dem er unter anderem über die Qualität der ASA-Kalibrierdatenbank sprach. Diese ist für Kalibrierinformationen zu Prüfmitteln im Rahmen von HU, AU und SP von zentraler Bedeutung und wird von Herstellern, Kalibrierlaboren, Behörden und Prüfstellen genutzt. Rückmeldungen aus dem Kreis der akkreditierten Kalibrierlabore haben laut Beaujean allerdings gezeigt, dass Einträge fehlen oder vorhandene Daten in der Praxis nicht immer ausreichend belastbar sind. Dies, obwohl die vollständige Datenbefüllung für alle Hersteller und Importeure gesetzlich verpflichtend sei. Der ASA-Präsident machte deutlich, dass die ASA-Kalibrierdatenbank ein wesentliches Infrastrukturprojekt des Verbandes bleibe, ihre Akzeptanz aber unmittelbar von der Qualität der eingepflegten Daten abhänge. Der ASA-Verband will die Rückmeldungen der Kalibrierlabore strukturiert aufnehmen, den internen Datenbestand prüfen und die relevanten Akteure einbinden. Zugleich appellierte Beaujean an die Mitgliedsunternehmen, Bestandsprüfgeräte vollständig und mit den für die Kalibrierung erforderlichen Baumusterdaten einzupflegen.
Deutlich formulierte Frank Beaujean auch den Verbandsanspruch in Bezug auf die ASA-Statistik. „Die Absatzstatistik ist für Interessenvertretung, Marktbeobachtung und politische Kommunikation des Verbandes wichtig. Sie verliert jedoch ihren Wert, wenn Meldungen unvollständig, verspätet oder nicht plausibel sind.“ Beaujean kündigte eine Revision der 2025er-Zahlen mit Unterstützung eines Tutors an: Harald Pfau, Leiter des ASA-Fachbereichs Digitales, der seit Jahren ehrenamtlich alle IT-Projekte des Verbandes betreut, wird laut Beaujean alle Statistik-relevanten Unternehmen gezielt ansprechen und Einzelfall-bezogen Optimierungspotenzial bei der Datenqualität erörtern.
Die Jahresmitgliederversammlung in Karlsruhe stand unter den Leitgedanken „Zukunft sichern, Strukturen schärfen, Verantwortung teilen“. Der ASA-Verband hat sich nach Ansicht des Präsidiums zu einer relevanten Branchengröße entwickelt. Damit wachsen zugleich aber auch die Anforderungen an Governance, Facharbeit, Kommunikation und Repräsentation. Die beschlossene Satzungsänderung, die Qualitätsoffensive bei Datenbank und Statistik sowie die erneute Bestätigung der Verbandsspitze seien deshalb keine Einzelmaßnahmen, sondern Bausteine für einen handlungsfähigen, zukunftsfesten Verband. „Ein starker Verband entsteht nicht allein durch Beschlüsse, sondern durch die aktive Mitwirkung seiner Mitglieder. Wer Interessenvertretung erwartet, muss Verantwortung mittragen. Wer belastbare Daten nutzen will, muss belastbare Daten liefern“, so Frank Beaujeans klarer Appell.