Die Folgen des Ahrtal-Hochwassers konnte ZF in Ahrweiler nach eigenen Angaben dank des Einsatzes der Mitarbeitenden und der Unterstützung europäischer Werke abfedern und kurzfristig einen Ausfall der Kundenbelieferung verhindern. Zwar wurde auch die Produktion wieder aufgebaut, doch besteht vor Ort weiterhin die Gefahr durch Überschwemmungen. Für den Zulieferer Grund genug, sich in Abstimmung mit dem Betriebsrat nach einem neuen Standort umzusehen. „Wir haben damals versprochen, die Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz zu erhalten. Dieses Versprechen lösen wir mit dem Neubau in Niederzissen ein“, blickt Dr. Peter Holdmann, Mitglied des Vorstandes von ZF, zurück „Hier können wir unseren Mitarbeitern eine vielversprechende Zukunft am Standort in Deutschland und unseren Kunden eine nachhaltig verlässliche Belieferung technologisch anspruchsvoller Produkte bieten.“
Ende Oktober fand nun in Niederzissen der offizielle Spatenstich für das Projekt statt. Anwesend waren neben Dr. Peter Holdmann auch Staatssekretär Andy Becht (Ministerium Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz), Cornelia Weigand (Landrätin Landkreis Ahrweiler), Stefan Bohn (Managing Director Germany von Panattoni) und Johannes Bell, (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal). In die Auswahl des neuen Standorts war auch die Lokalpolitik eingebunden. Wirtschaftsstaatssekretär Andy Becht zeigt sich begeistert, dass eine Lösung gefunden werden konnte: „Der Spatenstich für das neue Werk von ZF in Niederzissen ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Ahrtals. Die Landesregierung hat sich für den Wiederaufbau des Werks stark gemacht und wir sind froh, dass das Unternehmen dem Ahrtal auch weiterhin sein Vertrauen schenkt.“ ZF beschäftigt in Ahrweiler aktuell rund 230 Mitarbeitende.
Im ersten Halbjahr 2026 soll die Produktion ihren neuen Standort beziehen. Dieser besteht aus einer 6.000 Quadratmeter großen Fertigungshalle mit vier Linien für die Herstellung von Ventilen für innovative Dämpfungstechnologie. Hinzu kommen eine Montagelinie für Kolbenstangen sowie ein Technikum für produktionsbegleitende Prüfungen und Analysen. Weitere 3.000 Quadratmeter sind auf dem Areal für Werkstatt und Verwaltung vorgesehen, die künftige Logistikhalle wird 4.000 Quadratmeter umfassen. Realisiert wird das Projekt von Immobilienentwickler Panattoni. Stefan Bohn, Managing Director Germany von Panattoni, teilt mit: „Hier entsteht auf 13.000 Quadratmetern eine Produktionsstätte, die nicht nur den neusten Industriestandards entspricht, sondern auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit und verbundenen Zukunftsfähigkeit konzipiert wurde. Dank modernster Wärmepumpentechnologie können wir auf den Einsatz fossiler Brennstoffe komplett verzichten. Die Dachfläche statten wir mit einer PV-Anlage aus. Zusätzlich planen wir die Wiederverwendung von Grauwasser.“