“Wir werden im dünn besiedelten ländlichen Raum zukünftig vor der Wahl stehen, ob wir autonom fahren oder gar nicht fahren,“ so die Einschätzung von Dr. Christoph Hecht, Fachreferent Verkehrspolitik im ADAC e.V im Rahmen der Fachtagung „Autonomes Fahren im ländlichen Raum“. Bei der Veranstaltung im ADAC-Testzentrum Mobilität in Penzing diskutierten Experten über künftige Fahrzeugkonzepte und Software, Zulassungsfragen sowie Betriebsmodelle und technische Aufsicht. Der Automobilclub nutzte das Event, um die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (Letter of Intent) mit der Technischen Hochschule Augsburg und Inyo bekannt zu geben. Gemeinsam will das Trio automatisierte Fahrzeuge für Mobilitätsanwendungen im ländlichen Raum entwickeln.
Während die TH Augsburg mit ihrem Technologietransferzentrum (TTZ) Landsberg insbesondere Kompetenzen im Bereich Forschung und Entwicklung von automatisierten Fahrzeugen in die Partnerschaft einbringen soll, ist Inyo mit seiner Expertise in der Entwicklung und Herstellung von autonomen Leichtbaushuttles gefragt. Der ADAC wiederum – der sich in einer ähnlichen Konstellation gemeinsam mit dem TÜV Süd die Homologation automatisierter Fahrfunktionen widmet – will sein Netzwerk an Partnern aus Forschung, Wirtschaft und Wissenschaft in gewinnbringender Weise für die Zusammenarbeit einsetzen. Zudem ist die Test-Infrastruktur des Automobilclubs gefragt, um etwa Prototypen eines energie- und ressourceneffizienten Mobilitätssystems für die erste und letzte Meile samt technischer Anforderungen hinsichtlich Funktion, Absicherung und Schutz der Verkehrsteilnehmer zu erproben.
Dr. Reinhard Kolke, Leiter Test und Technik beim ADAC e.V., betont die Bedeutung des autonomen Fahrens: „Das autonome Fahren bietet im ländlichen Raum große Chancen. Schon heute fallen zum Beispiel Buslinien wegen Fahrermangel aus. Fahrerloses Fahren kann hier einen Beitrag leisten, um den Zugang zur Mobilität auch im ländlichen Raum für alle sicherzustellen“.