Die Nachfrage in Europas Autoteile-Online-Shops entwickelt sich unterschiedlich. Zu dem Ergebnis kommt der E-Commerce-Softwareprovider Speed4Trade im Rahmen seines kürzlich veröffentlichten Reports AA-Stars 2026. Den Ergebnissen zufolge zeigt der Markt im Jahresvergleich ein uneinheitliches Bild. Im europäischen Schnitt sind das Durchschnittsalter zugelassener Pkw und der Fahrzeugbestand insgesamt weiter gewachsen, während sich die Kauflaune (Konsumgüterindex) zeitgleich stabil zeigte. Auch identifizierte Speed4Trade im diesjährigen Index für das Segment Parts fast 1.000 zusätzliche Online-Shops. Die reale Besuchsfrequenz in Online-Shops im Segment Parts (Auto-Ersatzteile) ist den Daten zufolge allerdings in fast allen betrachteten Ländern Europas rückläufig. Zudem zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Ländern. Für die kommenden Monate sieht Speed4Trade außerdem keine Indikatoren dafür, dass sich die Nachfrage wieder positiv entwickelt.
Hinsichtlich der Besuchsfrequenz verzeichneten 18 der 22 in der Studie aufgezeigten Länder im Jahresvergleich ein negatives Wachstum. Die Marktentwicklung für ganz Europa lag bei -6,4 Prozent. Dabei verzeichnete das erste Halbjahr einen Rückgang von 3,6 Prozent und das zweite ein Minus von 8,9 Prozent. Betrachtet man die Aufschlüsselung nach Ländern, sticht Schweden mit einem Wachstum von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr klar hervor und hebt sich damit vom europäischen Gesamtmarkt ab. Darauf folgen Griechenland mit einem Plus von 3,4 Prozent und die Schweiz mit einem Wachstum von 1,4 Prozent. Weit abgeschlagen innerhalb der europäischen Märkte fällt Polen mit einer deutlich gesunkenen Nachfrageentwicklung von -17,7 Prozent auf. Davor reihen sich Bulgarien mit einem Rückgang von 16,4 Prozent und die Slowakei mit einem Minus von 13,4 Prozent. Deutschland verzeichnete in puncto Besuchsfrequenz eine negative Entwicklung von 7,8 Prozent und lag damit unter dem europäischen Gesamtmarkt. Während das erste Halbjahr noch ein leichtes Plus von 1,3 Prozent aufwies, zeigte das zweite Halbjahr ein deutliches Minus von 15,6 Prozent auf. Die drei Online-Shops mit den höchsten Besuchsfrequenzen in Deutschland waren im vergangenen Jahr autodoc.de, gefolgt von atu.de und kfzteile24.de.
„Wir sehen weiterhin einen intensiven Wettbewerb, aus dem es hervorzustechen gilt. Strukturelle Marktgegebenheiten wie der steigende Fahrzeugbestand verschaffen den Anbietern Rückenwind. Gleichzeitig sehen wir den Aftermarket weiterhin vor einer Digitalisierungsaufgabe“, so Wolfgang Vogl, Director Market Development bei Speed4Trade. „Nachfrage entsteht nicht allein durch mehr Fahrzeuge auf der Straße. Sie entsteht dort, wo digitale Zugänge einfach und verlässlich funktionieren.“