In einer Pressemitteilung des Konzerns kommentiert Jorge Almeida, Leiter Nachhaltigkeit des Reifenbereichs bei Continental: „Wir erhöhen Schritt für Schritt den Anteil an nachwachsenden und wiederverwerteten Materialien in unseren Reifen. Zertifizierungen tragen zur Transparenz bei. Unser Ziel ist es, den Massenbilanzansatz sukzessive auf alle unsere Reifenwerke weltweit auszuweiten.“
Laut Unternehmen seien die Einhaltung und Dokumentation bestimmter Prozesse zur Massenbilanzierung von Rohstoffen ausschlaggebend für die Zertifizierung. Fossile, nachwachsende und wiederverwertete Rohstoffe werden beim Massenbilanzansatz in bestehenden Systemen und Prozessen gemischt. „Der Massenbilanzansatz ermöglicht es Continental, den Anteil nachhaltigerer Materialien in ihren Produkten sukzessive zu erhöhen“, heißt es dort. Er würde sicherstellen, dass der Anteil zertifizierter nachwachsender und wiederverwerteter Materialien bilanziell präzise ausgewiesen werden könne. Darüber hinaus geht es um die die Transparenz bei der Rückverfolgbarkeit der im Produktionsprozess eingesetzten Rohstoffe. Die Zertifizierung ermöglicht es Continental, eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Materialien aus nachwachsenden und wiederverwerteten Quellen zu gewährleisten. Das Ziel des Unternehmens ist es, bis spätestens 2050 100 Prozent nachhaltigere Materialien in seinen Reifenprodukten zu verwenden. Neben dem Reifenwerk in Korbach sind bereits die Werke in Lousado (Portugal), Hefei (China) und Puchov (Slowakei) ISCC-Plus-zertifizierte Produktionsstandorte von Continental.
„Bei Continental arbeiten wir weltweit daran, die Zukunft der Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten. Sowohl unsere ISCC-Plus-Zertifizierung als auch unser kürzlich erfolgter Einsatz von recycelten PET-Flaschen in der Serienproduktion zeigen, dass wir dies hier in Korbach konsequent umsetzen“, sagt Klaus Ohlwein, Leiter des Continental-Reifenwerks in Korbach. „Wir bieten unseren Kunden Hochleistungsreifen, die neben einer hervorragenden Performance auch immer mehr die Bio- und Kreislaufwirtschaft stärken.“
Das International Sustainability and Carbon Certification wurde 2010 von einer Multi-Stakeholder-Initiative gegründet. Es ist ein weltweit führendes Zertifizierungssystem zur Förderung von rückverfolgbaren, nachhaltigen, entwaldungsfreien und klimafreundlichen Lieferketten. ISCC-Zertifizierungen sind weltweit anerkannt und umfassen nachhaltige landwirtschaftliche Biomasse, biogene Abfälle und Reststoffe, nicht-biologische erneuerbare Materialien und recycelte kohlenstoffbasierte Materialien. Die Entwicklung und Implementierung verschiedener Zertifizierungsstandards ist das Instrument, mit dem ISCC seine Mission zur Eindämmung des Klimawandels vorantreibt und mehr Rückverfolgbarkeit in globale Märkte und Lieferketten bringt.
Im Korbacher Reifenwerk produziert Continental sowohl Pkw-Reifen (darunter auch UUHP-Reifen) als auch Fahrradreifen, unter anderem für die Tour de France. Mit dem Urban Taraxagum hat man einen Fahrradreifen im Produktportfolio, der als einziger Serienreifen Naturkautschuk aus Löwenzahn enthält.