Produkt- und fertigungsbezogene Ansätze

Mann+Hummel setzt für nachhaltigere Filterlösungen auf Lignin und Ökostrom  

Mann+Hummel FilterEine Imprägnierung auf Holzbasis soll Filter aus dem Hause Mann+Hummel nachhaltiger machen.  Foto: Mann+Hummel

Um Stabilität, Steifigkeit und chemische Beständigkeit sicherzustellen, werden Filter mit Zellulose-Medien bisher mit Phenolharz auf Rohölbasis imprägniert. In ausgewählten Luft- und Ölfilterserien seiner Marke Mann-Filter stellt Mann+Hummel die Produktion nun auf den pflanzlichen Rohstoff Lignin – ein Abfallprodukt in der Papier- und Zellstoffproduktion – um. Dieser sorgt unter anderem für die Stabilität von Holz und soll diese Eigenschaft auch den Filtermedien verleihen. Nach Aussage der Mann+Hummel-Verantwortlichen ermöglicht die Umstellung einen um bis zu 5 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck sowie eine Einsparung von rund 27 Prozent Rohöl. Am Beispiel des Luftfilters X 17 237 und dessen Verkaufszahlen aus dem Jahr 2024 kommt das Unternehmen so auf eine jährliche Einsparung von 3,93 Tonnen CO2 und mehr als 4.500 Liter Rohöl. Geprüft und bestätigt wurde die Berechnung von den Experten von ClimatePartner. 

„Unsere Lignin-Imprägnierung ist ein gelungenes Beispiel dafür, ambitionierte CO2-Einsparungsziele in der Produktentwicklung auch in Serienprodukten umzusetzen”, erläutert Dr. Lars Spelter, Lead Engineer Filtration Materials bei Mann+Hummel. Mit der forcierten Nutzung von Lignin in bekannten Mann-Filter-Produkten ändere sich auf Kundenseite wenig, führt Spelter weiter aus: „Es wird weder zusätzliche Lagerfläche benötigt, noch sind weitere Teilenummern erforderlich. Äußerlich unterscheiden sich die teils pflanzlich imprägnierten Filter von den herkömmlichen. Sie sind etwas bräunlich durch die charakteristische Farbe des enthaltenen Lignins und besitzen einen angenehmen natürlichen Geruch. Leicht zu erkennen sind die innovativen Produkte am grünen Blatt-Piktogramm auf der Verpackung.“

Nachhaltige Ansätze auf mehreren Ebenen

Parallel zu den produktseitigen Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit setzt Mann+Hummel eigenen Angaben zufolge ab diesem Jahr zudem nahezu ausschließlich auf Strom aus erneuerbaren Quellen. Zum Teil wird dafür eine Kombination aus Ökostrom und Zertifikaten sowie Herkunftsnachweisen aus Wasser-, Solar- oder Windkraftanlagen genutzt. Ferner sollen ab 2035 auch die Energieträger zur Erzeugung von Prozesswärme CO2-neutral sein. Ebenfalls auf gutem Weg in puncto Nachhaltigkeit sieht sich das Unternehmen bei seinen Verpackungen: Im größten Filterwerk in Marklkofen wird bereits ein Anteil von mindestens 90 Prozent recyceltem Karton erreicht.

„Für die gelb-grüne Schachtel greifen wir konsequent auf nachhaltige Materialien zurück und verwenden mineralölfreie Farben auf Pflanzenölbasis sowie wasserbasierte Klebstoffe und Lacke. Auch in der Produktion legen wir großen Wert auf Ressourcenschonung: Mehr als 95 Prozent der bei der Herstellung unserer Filter anfallenden Abfälle werden recycelt. Das bedeutet, dass nahezu alle Produktionsabfälle stofflich oder thermisch verwertet werden“, führt Marian Anton, Business Development Manager bei Mann+Hummel, aus. Er blickt voraus: „Die Umstellung auf Lignin-imprägnierte Produkte unserer globalen Premiummarke Mann-Filter ist ein nächster Schritt in Richtung nachhaltigere Filter. Weitere innovative nachhaltigere Produkteigenschaften befinden sich bereits in der Entwicklung und werden teilweise sogar noch in diesem Jahr auf den Markt gebracht. Deswegen ist Nachhaltigkeit für uns kein Trend, sondern Teil unserer DNA.“

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