Euro-7-Grenzwerte

Bosch-Bremsenprüfstand erfasst Gesamtpartikelemission

Bremsenprüfstand PartikelmessungDie Aufrüstung des Bremsenprüfstands mit den speziellen Messtechniken haben die Bosch-Ingenieure im Verlauf von über einem Jahr selbst entwickelt.  Foto: Bosch

Die EU-Verordnung EU 2022/0365(COD) schreibt neben Partikelemissionsmessungen für alle neuen Typgenehmigungen auch Emissionsmessungen an Bremskomponenten vor, die für neue Fahrzeuge als Ersatzteile angeboten werden. Die Anforderungen an das für die Emissionsmessungen verwendete Partikelmesssystem sind im Particle Measurement Program GTR24 definiert. Um das Emissionsverhalten der Bremskomponenten während des gesamten Prüfzyklus zu verstehen, hat Bosch einen Bremsenprüfstand mit Messtechnik ausgestattet, der laut Unternehmensangaben weit über die Euro-7-Anforderungen hinausgeht. Gemessen würden nicht nur die entstehenden Partikelgrößenklassen PM 10 und PM 2,5, sondern auch die ultrafeinen PM-1-Partikel. 

Bremsen-Prüfstand
Dank der Messeinrichtungen gewinnen die Bosch-Ingenieure Erkenntnisse über das Emissionsverhalten in einer Vielzahl unterschiedlicher Fahrsituationen. Foto: Bosch

Die Messeinrichtung des Bosch-Bremsenprüfstands ermittelt nach Aussage der Verantwortlichen zusätzlich zur Gesamtpartikelemission auch die Größenverteilung der Partikel zwischen zehn Nanometern und zehn Mikrometern zu jedem Zeitpunkt über den gesamten Prüfzyklus. Die Bosch-Ingenieure wollen detaillierte Erkenntnisse über das Emissionsverhalten in einer Vielzahl unterschiedlicher Fahrsituationen gewinnen. Der Automobilzulieferer hat sich die Aufrüstung des Bremsenprüfstands über eine Million Euro kosten lassen. Die Tests zielen nicht nur darauf ab, die zukünftigen Grenzwerte einzuhalten, sondern zusätzlich auch die besonders gesundheitsgefährdenden ultrafeinen Partikelemissionen zu vermeiden, die die Euro-7 noch nicht aufgegriffen hat, heißt es in einer Mitteilung. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung der Bremsbeläge und -scheiben von Bosch einfließen. “Dies ermöglicht zukünftig eine Reduzierung der Partikelemissionen im Straßenverkehr. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass Bremsbeläge und -scheiben mit verringerter Partikelemission einem deutlich geringeren Verschleiß unterliegen”, so die Erläuterung. 

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