Rowe Racing feiert nach Stromausfall Gesamtsieg

Rekordkulisse beim 24h-Rennen am Nürburgring

24h Rennen NürburgringRund 280.000 Besucherinnen und Besucher – und damit so viele wie noch nie – zog es in diesem Jahr zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring.  Foto: Gruppe C Photography

Temperaturen bis zu 30 °C und zum ersten Mal seit 2001 kein Regen in der gesamten Veranstaltungswoche: Das so berüchtigte Eifelwetter meinte es in diesem Jahr besonders gut mit den Rennteams, den Zuschauenden und allen Verantwortlichen am Nürburgring. Bei entsprechenden anspruchsvollen Bedingungen entwickelte sich das Rennen zu einer echten Hitzeschlacht, bei der es immer wieder zu Unfällen und Kollisionen kam. Die beteiligten Fahrer blieben dabei jedoch nach Angaben der Veranstalter weitgehend unverletzt. Wie in den vergangenen Jahren war allerdings auch dieses Jahr für das ein oder andere Fahrzeug das Event vorzeitig beendet. 

Dies betraf unter anderem das Team von Falken Motorsports, das nach starken Qualifying-Resultaten mit seinen beiden Porsche 911 GT3 R aus einer vielversprechenden Ausgangslage in den Langstreckenklassiker gestartet war. In den Abendstunden musste jedoch die von Rang vier gestartete #33 mit Pilot Julien Andlauer nach der Kollision mit einem hinter einer Kurve verunfallten Fahrzeug das Rennen schwer beschädigt aufgeben. Das zweite Falken-Teamfahrzeug (#44) hielt sich nach dem Start von Position elf über Nacht in den Top Ten, schied dann allerdings aufgrund eines Antriebsdefekts am Sonntagvormittag vorzeitig aus. 

24h-Rennen Nürburgring 2025
Geschäftiges Treiben in der Falken-Box. Foto: Automotive Insights

„Trotz des unglücklichen Verlaufs blickt Falken Motorsports stolz auf die starke Performance und das Engagement des gesamten Teams zurück”, bilanziert das Rennteam das Wochenende in einer Mitteilung. Zudem nutzte die japanische Reifenmarke das 24h-Rennen wie gewohnt für umfangreiche Aktivierungs- und Marketingmaßnahmen abseits der Strecke. Bei einem exklusiven Event begrüßte Falken rund 300 Händler aus den wichtigsten europäischen Märkten, während auch Automotive Insights das Renngeschehen aus der Falken-Lounge verfolgte. 

Rowe Racing verweist Porsche auf die Plätze

In besonderer Erinnerung dürfte die diesjährige Ausgabe des 24h-Rennens derweil auch wegen eines besonderen Unterbrechungsgrundes bleiben. Weder extremer Regen noch dichter Nebel, sondern ein Stromausfall aufgrund einer defekten Kälteanlage im Boxengebäude sorgte für eine außerplanmäßige Rennpause. Anders als im vergangenen Jahr wurde die Strecke nach etwas mehr als zwei Stunden wieder freigegeben und das Event konnte fortgesetzt werden. Im wechselvollen Renngeschehen hatte dann das Team Rowe Racing das beste Ende für sich und fuhr nach einer Aufholjagd von Rang 17 noch den Gesamtsieg in der Eifel ein. Kelvin van der Linde (RSA), Augusto Farfus (BRA), Jesse Krohn (FIN) und Raffaele Marciello (SUI) pilotierten ihren BMW M4 GT3 Evo (#98) auf Platz zwei durchs Ziel und profitierten anschließend von einer 100-Sekunden-Strafe gegen das Porsche-Kundenteam Manthey EMA. 

24h-Rennen Nürburgring 2025
Mit einem M4 GT3 Evo (#98) fuhr das Team Rowe Racing zum Gesamtsieg beim 24h-Rennen. Foto: BMW

„Ich freue mich riesig für Rowe Racing und die Fahrer über diesen 21. Gesamtsieg für BMW bei den 24h Nürburgring. Wir konnten diesmal nur mit einem Auto in der Top-Klasse antreten. Aber man hat gesehen: Wenn man als Team und Fahrer einen perfekten Job macht, kann die ‚Grüne Hölle‘ auch gnädig sein“, kommentierte Franciscus van Meel, Geschäftsführer der BMW M GmbH, den Sieg. Rowe-Racing-Teamchef Hans-Peter Naundorf ergänzt: „Das Rennen war auf so vielen Ebenen spannend. Und wenn mir am Donnerstag jemand gesagt hätte, dass wir am Sonntag als Sieger hier stehen, hätte ich ihm kein Wort geglaubt. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch ganz andere Probleme. Sich da durchzuarbeiten und in so einem schwierigen und heißen Rennen dagegenzuhalten, war eine großartige Leistung von allen.“

Damit war das Siegerteam zum achten Mal in Folge auf Michelin-Gummis unterwegs. Die Franzosen hatten in diesem Jahr mach eigenen Angaben insgesamt rund 3.000 Reifen für das Rennen bereitgestellt sowie zwölf Fahrzeuge von sechs Herstellern (Aston Martin, Audi, BMW, Lamborghini, Mercedes-AMG und Porsche) aus dem Teilnehmerfeld der SP9-Klasse ausgerüstet. 

24h-Rennen Nürburgring
Motorsportkompetenz in Sachen Reifen demonstrierte einmal mehr Michelin. Foto: Maxemilian Sicker/Michelin

Auch Pirelli und Hankook mit 24h-Präsenz 

Trotz des knapp verpassten Gesamtsieges und der Ausfälle der beiden Falken-Boliden konnte auch Sebastian Golz, Projektleiter Porsche 911 GT3 R, ein mehr als versöhnliches Fazit für das 24h-Rennen ziehen: „24 Stunden in der ,Grünen Hölle' – wir haben von Höhen über Tiefen alles durchgemacht und Fahrzeuge im Rennen durch Defekte oder Unfälle verloren. Wir brauchen uns nicht zu verstecken und haben über viele, viele Stunden die Führung verteidigt. Unsere Fahrer konnten aber unter Beweis stellen, wie konkurrenzfähig unser 911 GT3 R ist.” Als Beleg dieser Aussage darf auch die Tatsache gelten, dass mit dem von Pirelli unterstützten Team Dinamic GT ein weiteres derartiges Exemplar das Gesamt-Podium komplettierte. „Nachdem wir einige Male nahe an einem guten Ergebnis waren, haben wir nun endlich den Lohn für all unsere Arbeit geerntet”, freut sich Matteo Braga, Circuit Activity Manager von Pirelli.

Ebenfalls im Rahmen des ADAC Ravenol 24h-Rennens vertreten war Reifenhersteller Hankook. Neben der Präsenz auf der Strecke mit dem Team Hankook Competition trat die koreanische Marke als Partner des HWA Evo in Erscheinung. Die Neuinterpretation des Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evo II wird exklusiv mit Hankook-Pneus bestückt und ist in Bälde in einer auf 100 Exemplare limitierte Auflage verfügbar. Am Nürburgring waren derweil zwei Prototypen des Kultfahrzeuges zu sehen und bei Demonstrationsfahrten auf der Strecke zu erleben. Das Team von HWA plant, zusätzlich zu den Straßenfahrzeugen eine Version für die Rennstrecke zu entwickeln und damit im kommenden Jahr gemeinsam mit Hankook in der Klasse SP-X beim 24h-Rennen an den Start zu gehen. „Motorsport liegt in der DNA unseres Unternehmens, der Technologietransfer vom Motorsport zum Reifen für Straßenfahrzeuge ist eminenter Teil der Entwicklungsarbeit für dieses Reifensegment”, blickt Manfred Sandbichler, Senior Director Motorsport bei Hankook Tire Europe, voraus. 

Rowe BMW 24h Sieger
24h Rennen Nürburgring 2025
24h Rennen Nürburgring 2025
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24h Rennen Nürburgring 2025

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