Syrische Fachkräfte gut in Arbeitsmarkt integriert

ZDK betont Bedeutung ausländischer Fachkräfte

industrieblick_AdobeStock_fachkraftAusländische Fachkräfte sind im Kfz-Gewerbe unverzichtbar.  Foto: industrieblick – stock.adobe.com

Laut IW Köln sind rund 214.000 Syrer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon knapp 80.000 in sogenannten Engpassberufen, in denen Stellen besonders schwierig zu besetzen seien. Die meisten waren als Fachkraft beschäftigt, also in Tätigkeiten, die in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung erfordern. Damit trügen syrische Beschäftigte in nennenswertem Umfang dazu bei, den Fachkräftemangel in Deutschland abzufedern. Zu den Engpassberufen mit besonders starken Besetzungsschwierigkeiten, in denen viele syrische Fachkräfte arbeiteten, zählten auch Handwerksberufe. Spitzenreiter sei das Kfz-Handwerk mit über 4.000 Beschäftigten aus Syrien.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) unterstützt Bemühungen in der Politik, durch ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz auch den Zuwanderern eine Bleibeperspektive zu ermöglichen, die aufgrund ihrer Ausbildung und ihres Integrationsgrades einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten und eine dauerhafte Bleibeperspektive in Aussicht haben sollten. „Es ist egal woher du kommst, sondern wichtig ist wohin du willst“, bekräftigt René Gravendyk das Credo der handwerklichen Berufsausbildung im Kfz-Gewerbe.

„Insbesondere im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik, also auch Kfz-Mechatronik, besteht ein riesengroßer Bedarf an Fachpersonal. Mit über 4.000 syrischen Beschäftigten in diesem auch für uns so wichtigen Berufsfeld zeigt die Studie des IW ganz klar, welche Engpässe bestehen, wenn diese Fachkräfte wieder in ihre Heimat zurückkehren müssten. Die in unseren Ausbildungsformaten vermittelten Kenntnisse haben enorm zur Qualifikation und Integration der Flüchtlinge beigetragen. Ganz besonders hervorheben möchte ich in dem Zusammenhang die Bereitschaft syrischer Fachkräfte die angebotenen Chancen wahrzunehmen, und mit Fleiß, Willen und Disziplin sich persönlich weiterzuentwickeln und berufliche Ziele zu erreichen. Die Beschäftigten wollen die Entwicklung des ganzheitlichen und vernetzten Automobils kennen und verstehen. Sie setzen sich wie viele andere auch sehr stark dafür ein, dass wir als Kfz-Gewerbe E-Fahrzeuge beispielsweise warten und reparieren, und Diagnosen stellen können. Mit dieser Grundhaltung lassen sich insbesondere in unseren handwerklichen Berufen Erfolge verzeichnen. Klar ist: Mit unseren Belangen als Kfz-Gewerbe sind wir in einem Arbeitsmarkt unterwegs, der förmlich nach Fachkräften schreit. Und als ZDK haben wir unsere Position in einem eigenen Wertepapier klargemacht: Wenn junge Zugewanderte aus Syrien und anderen Ländern bereit sind, sich mit unserer Sprache, Kultur und Arbeitswerten zu identifizieren, dann sind sie herzlich willkommen. So soll es bleiben“, spricht René Gravendyk, der auch Co-Vorsitzender des ZDK-Berufsbildungsausschusses ist.

Der Kurzbericht (95/2024) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stellt fest, dass die vornehmlich durch Fluchtmigration nach Deutschland gelangten Menschen "zum Teil gut in den Arbeitsmarkt integriert" sind. Konkrete Zahlen werden aufgeführt: Gut 155.000 Syrer seien aktuell arbeitslos gemeldet und stünden dem Arbeitsmarkt unmittelbar zur Verfügung (BA, 2024). Zwischen Juni 2023 und Mai 2024 waren laut einer Sonderauswertung der BA 213.589 Syrer sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Sonderauswertung der BA, 2024). "Zwar arbeiten gut 86.000 von ihnen in Helfertätigkeiten, etwa in der Lagerwirtschaft, der Reinigung oder im Verkauf, aber etwa 127.000 also die Mehrheit in qualifizierten Jobs für Fachkräfte mit Berufsausbildung oder Studium. Knapp 80.000 von diesen waren in sogenannten Engpassberufen tätig, in denen Stellen besonders schwierig zu besetzen sind. Die meisten waren als Fachkraft beschäftigt, also in Tätigkeiten, die in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung erfordern. Damit tragen syrische Beschäftigte in nennenswertem Umfang dazu bei, den Fachkräftemangel in Deutschland abzufedern. Unter den Engpassberufen mit besonders starken Besetzungsschwierigkeiten, in denen viele syrische Fachkräfte arbeiten, sind auffallend viele Sozial- und Gesundheitsberufe sowie klimarelevante Handwerksberufe", heißt es in dem Kurzbericht. 

Die meisten syrischen Fachkräfte in Berufen mit starken Engpässen arbeiten laut IW in der Kraftfahrzeugtechnik. "Zwischen Juni 2023 und Mai 2024 waren hier durchschnittlich gut 4.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Syrer tätig. Zeitgleich fehlten hier im selben Zeitraum 16.281 Fachkräfte, sodass fast sieben von zehn offenen Stellen rein rechnerisch nicht besetzt werden konnten, weil passend qualifizierte Fachkräfte fehlten", wird die Engpass-Situation im Detail beschrieben.

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