Laut ZDK sei die HU in Deutschland als Reaktion auf die zunehmende technologische Komplexität der Fahrzeuge in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt worden. Im Mittelpunkt stünden heute moderne Assistenzsysteme, Elektromobilität sowie das gezielte Auslesen elektronischer Fehlerspeicher. Ebenso sei die Emissionsüberwachung deutlich verschärft worden. Deswegen erklärt ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün: „Nicht die Frequenz der Hauptuntersuchungen ist entscheidend, sondern ihre fachliche und technische Güte. Ein weiterer Aspekt ist: Die Kosten im Straßenverkehr für Autofahrerinnen und Autofahrer sind schon jetzt immens hoch – und die Halter müssten auch diese HU-Kosten tragen. Deshalb lehnen wir eine jährliche HU-Pflicht für ältere Autos auch im Sinne des Verbraucherschutzes ganz klar ab.“ Vielmehr ist Grün der Meinung, dass die in Deutschland gültige zweijährige Prüffrist für Hauptuntersuchungen schon heute teilweise über die relevanten EU-Vorgaben hinaus gehe. Dadurch sei ohnehin ein hohes Maß an Verkehrssicherheit gewährleistet.
Praktische Erfahrungen der Werkstätten würden zeigen, heißt es in dem Statement des ZDK weiter, dass ältere Fahrzeuge keine signifikant erhöhten sicherheitsrelevanten oder schwere Mängel aufweisen. So trügen die technische Reife der Fahrzeuge, eine sorgfältige und regelmäßige Wartung sowie die steigende Kompetenz von Kfz-Fachbetrieben zur Verkehrssicherheit bei. Hinzu käme die in Deutschland gängige Praxis einer jährlichen Fahrzeuginspektion. Dies sei ein wesentlicher Hebel zur Aufrechterhaltung der Betriebs- und Verkehrssicherheit der Fahrzeuge. „Bei den jährlichen Inspektionen werden im Fachbetrieb auch Sichtprüfungen aller sicherheitsrelevanten Aspekte vorgenommen“, betont Grün. Darüber hinaus sieht der ZDK den alternden Fahrzeugbestand nicht als zunehmendes Sicherheitsrisiko.
Dies sieht die EU-Kommission anders, wie aus einer Mitteilung des ADAC hervorgeht: „Ältere Fahrzeuge seien pannenanfälliger, zudem hätten Studien gezeigt, dass sie häufiger in Unfälle verwickelt sind. Da Autos für den weitaus größten Teil der Todesfälle verantwortlich seien und selbst wenn technische Defekte nur einen relativ geringen Anteil an den Unfallursachen ausmachten, könne die jährliche Inspektion älterer Autos einen erheblichen Unterschied machen. Dies gelte insbesondere für die Sicherheit.“ Der ZDK hält dagegen: „Trotz steigenden Durchschnittsalters der Fahrzeugflotten gibt es seit Jahren kaum noch durch technische Mängel verursachte Unfälle". Ähnlich sieht es der ADAC, der vorrechnet, dass von den diskutierten Regelungen in Deutschland rund 23,4 Millionen Pkw betroffen wären, und konstatiert: „Eine Verkürzung der Prüfintervalle ist laut Einschätzung des Clubs nicht angemessen und nicht notwendig.“
JETZT unseren WhatsApp-Kanal abonnieren und auf dem Laufenden bleiben ➡️ Hier klicken