Untersuchung von Berylls by AlixPartners

Zulieferer stehen auch 2025 weiter unter Druck

2025Die Situation für viele Automobilzulieferer bleibt schwierig – auch 2025.  Foto: Deemerwha studio - stock.adobe.com

Die Analysten stützen ihre Einschätzungen auf eine Auswertung der Quartalsergebnisse (Q1 bis Q3 2024) der 25 größten globalen Zulieferunternehmen. Nachdem deren durchschnittliche Marge im Jahr 2023 noch bei 5,9 Prozent lag, sind es in diesem Jahr nur noch 5,5 Prozent. Während Konzerne wie Michelin (11,7 Prozent) oder Cummins (11,3 Prozent) gar Margen im zweistelligen Bereich erreichen, liegen andere Akteure teils deutlich unter dem Durchschnittswert. Dies mache es laut Berylls by AlixPartners „schwierig oder sogar unmöglich, profitabel zu arbeiten”. Das Gros der Unternehmen bewegt sich im bisherigen Jahresverlauf auf einem ähnlichen Niveau wie 2023. Zulegen kann vor allem Goodyear (2024: 6,9 Prozent; +3,0), das Plus hängt in Teilen jedoch auch mit dem niedrigen Vorjahreswert zusammen. 

Mit Bridgestone fällt ein weiterer Reifenhersteller in dem Ranking positiv auf (2024: 9,3 Prozent; -0,6), während die beiden vertretenen deutschen Unternehmen Continental (4,8 Prozent; -0,7) und Schaeffler (6,0 Prozent; -1,1) im Mittelfeld liegen. Bei beiden Akteuren wurden in diesem Jahr signifikante Weichen für die künftige Ausrichtung gestellt: Die Hannoveraner planen eine Abspaltung ihrer Automotive-Division und konzentrieren sich auf das Reifengeschäft und den Bereich ContiTech, während Schaeffler Vitesco Technologies geschluckt hat. Nicht inkludiert in der Analyse sind im Übrigen die Riesen Bosch und ZF, da diese auf eine quartalsweise Aufstellung ihrer Finanzen verzichten. Mit der jüngst nach unten korrigierten Geschäftsprognose – inklusive einer niedrigeren Markterwartung – deuten die Zeichen jedoch zumindest bei ZF in eine ähnliche Richtung.  

Berylls by AlixPartners
Die Quartalszahlen der 25 größten Zulieferer weltweit bilden die Basis der Prognose von Berylls by AlixPartners. Foto: Berylls by AlixPartners

Interessant ist darüber hinaus der vergleichende Blick auf die Performance der zehn größten Automobilhersteller in den ersten drei Quartalen 2024. Trotz eines leichten Umsatzanstiegs waren deren Margen ebenfalls rückläufig (2024: 7,2 Prozent; - 1,7), übertrafen die Werte der Zulieferer jedoch deutlich. Signifikante Unterschiede bei wesentlichen Kennzahlen zwischen OEMs und Zulieferern hatte im Frühjahr bereits eine EY-Untersuchung aufgezeigt

„Rekordabsatzzahlen gehören der Vergangenheit an” 

Als einen der Hauptgründe für die verhaltenen Aussichten sehen die Experten von Berylls by AlixPartners die Entwicklung des chinesischen Marktes. Eine anhaltende Immobilienkrise und der daraus resultierende wirtschaftliche Abschwung dämpfe das Geschäft auf dem nach wie vor wichtigsten Markt für die Automobilindustrie und ihre Zulieferer. „China wird in Zukunft die hohen Wachstumsraten der Vergangenheit nicht halten können und voraussichtlich auf einem jährlichen Niveau von zwei Prozent verharren, das nur leicht über dem erwarteten weltweiten Wachstum des Automobilabsatzes liegt”, so die Prognose. Für die Studienautoren ist daher klar: „Überdurchschnittliche Zuwächse und Rekordabsatzzahlen gehören der Vergangenheit an.” Verschärfend wirken sich ferner die angekündigten Zölle auf in China produzierte Fahrzeuge aus, wobei die Analysten in der EU zudem wachsenden Druck durch strengere Emissionsgrenzwerte für Neufahrzeuge erwarten. In Kombination steige damit das Insolvenzrisiko, vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen. 

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