Nachdem im zweiten Quartal zwar Umsatzsteigerungen, aber ein sinkender Betriebsgewinn vermeldet werden musste, erzielte Hankook Tire & Technology im Zeitraum Juli bis September 2025 einen Umsatz von rund 3,34 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von etwa 362 Millionen Euro. Damit legte der koreanische Hersteller im Vergleich zum Vorjahr zweistellig zu und verbuchte das beste Quartalsergebnis seiner Unternehmensgeschichte. Das Reifengeschäft allein steuerte 1,67 Milliarden Euro Umsatz bei, was ein Plus von 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Betriebsgewinn stieg um 10,4 Prozent auf gut 320 Millionen Euro.
Wachstumstreiber waren nach eigener Aussage die anhaltend hohe Nachfrage nach großformatigen Reifen (18 Zoll und mehr) und die steigende Zahl an Erstausrüstungen für Elektrofahrzeuge. Der Anteil von EV-Reifen am Pkw- und Leicht-Lkw-Geschäft stieg auf 27 Prozent, der Anteil großformatiger Reifen auf 47,4 Prozent. Hankook beliefert inzwischen rund 50 Automobilmarken weltweit mit Reifen für über 290 Fahrzeugmodelle, darunter auch Premium-Elektrofahrzeuge wie BMW iX, Porsche Macan und Xiaomi YU7. Im Bereich Thermomanagement trug die seit 2025 konsolidierte Tochtergesellschaft Hanon Systems mit einem Umsatz von 1,67 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von 58,8 Millionen Euro zum Gesamtergebnis bei.
Nexen Tire wächst zweistellig und stärkt Europa-Geschäft
Wie schon im zweiten Quartal des Jahres, konnte Nexen auch im dritten Quartal 2025 zulegen. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 482 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von 29 Millionen Euro, was einem Wachstum von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders stark entwickelten sich die europäischen und koreanischen Märkte. In Korea erreichte Nexen Tire den höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte, während in Europa neue Erstausrüstungsverträge und Produkteinführungen für Auftrieb sorgten. Trotz zusätzlicher Zollbelastungen in den USA konnte das Unternehmen die Profitabilität steigern – vor allem durch stabile Rohstoffpreise und Kostendisziplin. Preisrückgänge bei Natur- und Synthesekautschuk sowie niedrigere Frachtkosten trugen nach Angaben des Unternehmens zur Entlastung der Produktionskosten bei.
Mit regionsspezifischen Produkten setzt Nexen auf gezielte Marktstrategien: In Korea wurde im August der N’Fera Supreme EV Root vorgestellt, ein Hochleistungsreifen für Elektro- und Verbrennerfahrzeuge. In Europa und Japan folgte der Winguard Sport 3, ein Winterreifen, der an regionale Witterungsbedingungen angepasst ist. In den USA erweiterte der Hersteller sein Angebot um den Ganzjahresreifen N’Priz S und den N’Fera Sport, in Australien kam mit dem Roadian ATX ein SUV-Reifen hinzu. Parallel dazu stärkt Nexen seine internationale Vertriebsstruktur: Nach neuen Standorten in Spanien und Polen sind weitere Niederlassungen in Südosteuropa und in wichtigen Wachstumsmärkten Lateinamerika und dem Nahen Osten geplant.
Zudem erhielt Nexen Tire im September die SBTi-Zertifizierung für seine wissenschaftlich fundierten Klimaziele. CEO John Bosco (Hyeon Suk) Kim erklärt: „Die solide Leistung im dritten Quartal, selbst unter Berücksichtigung zollbezogener Kosten, zeigt, dass unsere Strategie zur Bewältigung externer Unsicherheiten positive Ergebnisse erzielt. Wir werden weiterhin nachhaltiges Wachstum durch Diversifizierung unseres Produktportfolios und Optimierung unserer globalen Produktionsabläufe verfolgen.“
Wie sich koreanische Reifenmarken zunehmend Anteile im hiesigen Ersatzmarkt-Geschäft sichern, haben wir im Vorfeld der Wintersaison ausführlich analysiert.