Vom Kfz-Servicebetrieb zum Energie-Hub

Neue Geschäftsfelder der Elektromobilität

Elektrofahrzeuge sind auch Energiespeicher.   Foto: Ronald Rampsch – stock.adobe.com

In der intelligenten Verknüpfung von Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Speicher und Elektrofahrzeuge liegen auch für Kfz-Betriebe ungenutzte Optionen, Energiekosten zu senken und tatsächlich auch neue Geschäftsfelder zu erschließen. Der ZDK informierte kürzlich gemeinsam mit dem Energiedienstleister Cubos im Rahmen des „Tags der Elektromobilität – Energie. Batterie. Zukunft“ über verschiedene Lösungen, mit denen Werkstätten, Autohäuser oder Reifenfachhändler die eigene Energieversorgung effizienter steuern können. Auf dem Programm standen Workshops zu Energiemanagement, bidirektionalem Laden, Batteriediagnostik und THG-Quoten. „In Autohäusern stehen immer mehr Elektrofahrzeuge, und damit steigt auch der Bedarf an Ladeinfrastruktur. Mit bidirektionalem Laden können die Fahrzeugbatterien künftig nicht nur laden, sondern auch Strom zwischenspeichern, den eigenen Betrieb versorgen und sogar zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen“, warb Cubos-CTO Christian Rühe. Cubos fertigt in Wolfsburg integrierte Ladeinfrastruktur- und Energielösungen für Unternehmen.

„Wir haben in Deutschland bereits heute eine enorme Speicherkapazität auf vier Rädern. Für unsere Betriebe stellt sich deshalb die Frage, wie sie dieses Potenzial wirtschaftlich nutzen können. Fahrzeuge, Flächen, Kundenkontakte und Ladeinfrastruktur sind dafür wichtige Voraussetzungen. Daraus können neue Geschäftsmodelle entstehen“, so Marcus Weller, Leiter der Abteilung Wirtschaft beim ZDK. Tatsächlich ist das Potenzial schon jetzt vorhanden: Nach Einschätzung der RWTH Aachen verfügen die rund 2,2 Millionen batterieelektrischen Fahrzeuge in Deutschland bereits heute über eine mobile Speicherkapazität von rund 142 Gigawattstunden (GWh). Die Kapazität stationärer Batteriespeicher liegt dagegen bei rund 33 GWh. Mit dem weiteren Hochlauf der Elektromobilität wird die mobile Speicherkapazität weiterwachsen. Laut Christian Rühe geht es darum, das Wertschöpfungspotenzial der eigenen Ladeinfrastruktur zu begreifen und „vom Stromverbraucher zum aktiven Teilnehmer am Energiemarkt” zu werden. Ein Ladepunkt allein sei für ein Autohaus oder eine Werkstatt erst einmal ein teurer Stromzähler, wer aber Erzeugung, Speicher, Software und Ladepunkt in einer Hand zusammenbringe, schöpfe mehr Wert. 

Cubos berät Unternehmen als Dienstleister mit seiner Expertise im bidirektionalen Laden mit Blick auf die Gesamtheit eines Energie-Ökosystems. Der „Tag der Elektromobilität 2026“ sollte anhand konkreter Anwendungen zeigen, wie Kfz-Betriebe erneuerbaren Strom speichern, Lastspitzen reduzieren, Energiekosten senken und ihre Eigenversorgung stärken können. Der ZDK erkennt als Branchenverband für seine Mitgliedsbetriebe neue Geschäftspotenziale, die sich über Investitionen in die eigene Energieinfrastruktur frühzeitig öffnen lassen. 

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