Reifentest von AutoBild Klassik

Teuerstes und günstigstes Vintage-Profil fallen durch

OldtimerModerne Reifen für historische Fahrzeuge sind vielfach eine durchaus kostspielige "Frischzellenkur".  Foto: panoKreativ - stock.adobe.com

Unterteilt in die beiden Kapitel Nass und Trocken standen auch für die Vintage-Reifen die klassischen Disziplinen eines Reifentests auf dem Programm. Den Testsieg sichert sich die italienische Traditionsmarke Pirelli, die mit gleich zwei Reifen im Testfeld vertreten war. Den konzerninternen Zweikampf entscheidet der Cinturato HS CN12 – ebenso wie den gesamten Vergleich – souverän für sich: “Ausgezeichnete Haftung auf nasser Piste, sportlich-agiles Handling, kurze Bremswege, gute Reserven bei Aquaplaning”, lautet die lobende Beurteilung. Lediglich der “erhöhte Rollwiderstand” fällt – wie im Übrigen auch beim zweiten Pirelli-Vertreter – negativ auf. Nahezu auf Augenhöhe performt der Dunlop Sport Classic, dem mit “gutem Grip auf nasser Piste, knackig-direktem Lenkverhalten, kurzen Bremswegen und guten Aquaplaning-Reserven” ebenfalls noch der Sprung in den Notenbereich "vorbildlich" gelingt. Als einzige Schwäche wird eine “leichte Tendenz zum Übersteuern” notiert. 

“Gut” sind laut AutoBild Klassik der Pirelli Cinturato P5 (“exzellenter Grip auf nasser Fahrbahn, präzises Einlenkverhalten”; “erhöhtes Abrollgeräusch”) sowie der Vredestein Sprint Classic (“agiles Handling mit sehr guter Seitenführung bei Nässe”; “leicht verzögertes Einlenken”) auf den Rängen drei und vier. Immerhin noch “befriedigend” ist der Michelin XWX. Ausschlaggebend ist die durchwachsene Nässeperformance des Pneus, die durchaus vorhandene Stärken wie den “guten Abrollkomfort” schmälert. 

Zwei Ausreißer der Extreme

Am Tabellenende finden sich zwei Reifen, die von der Testmannschaft das klare Prädikat “nicht empfehlenswert” erhalten. Dass der Radar Dimax Classic aus chinesischer Produktion als mit Abstand günstigster Reifen im Test nicht mit den Profilen mit Premiumanspruch mithalten kann, ist keine echte Überraschung. Zwar wird ihm ein noch “ordentliches Handling auf trockener Piste” attestiert, doch ist die Mängelliste deutlich umfangreicher: “Miserable Haftung und ein stark untersteuerndes, unausgewogenes Fahrverhalten bei Nässe, gefährlich lange Bremswege auf nasser und trockener Fahrbahn”. Damit landet das Gummi auf dem letzten Platz. 

Nur unwesentlich besser ordnet sich jedoch auch der Dunlop SP Sport Aquajet – ein lizensierter Nachbau der Vintage Tyre Supplies Ltd. – ein. Der hochpreisigste Kandidat im Testfeld patzt beim Nassbremsen und zählt auch sonst auf nasser Piste nicht zu den besten. In Verbindung mit den gleichfalls lange Trockenbremswegen ist ungeachtet seines “leisen Abrollgeräuschs” keine bessere Platzierung möglich. Mit Blick auf die Resultate konstatiert Dierk Möller: “Moderne Reifen mit historischen Profilen wirken wie eine Frischzellenkur für den Oldie. Sie verbessern dank moderner Technologie die Fahrdynamik und vergrößern gleichzeitig die Sicherheitsreserven. Allerdings müssen Vintage-Fans dafür auch sehr tief in die Tasche greifen.”

AutoBild Klassik Sommerreifentest, Dimension 205/70 VR15 V/W

Modell Nass¹  Trocken  Preis pro Satz Bewertung
Pirelli Cinturato HS CN12 1- 2+ 1.830 € 1,2 - vorbildlich
Dunlop Sport Classic 2+ 2+ 1.470 € 1,3 - vorbildlich
Pirelli Cinturato P5 1- 2 1.615 € 2,1 - gut
Vredestein Sprint Classic 2+ 2 1.185 € 2,3 - gut
Michelin XWX 3+ 2- 1.520 € 3,3 - befriedigend
Dunlop SP Sport Aquajet 3- 3+ 2.100 € 4,5 - nicht empfehlenswert
Radar Dimax Classic 4- 3+ 315 € 5,5 - nicht empfehlenswert

¹Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend), Gewichtung Nass/Trocken je 50 Prozent

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