Recycling

Vier neue AZuR-Partner

Werba-ChemDie Entwicklungen von Werba-Chem sollen Unternehmen der Reifen- und Recyclingindustrie dabei helfen, ihr Optimierungspotenzial nachhaltig auszuschöpfen.   Foto: Werba-Chem

„Die steigende Aufmerksamkeit in Wirtschaft, Medien und Politik. Die Vorteile des gemeinsamen Networkings scheinen sich europaweit herumgesprochen zu haben. In manchen Branchen scheint die AZuR-Partnerschaft mittlerweile zum guten Renommee zu gehören“, sagt AZuR-Netzwerk-Koordinatorin Christina Guth. 76 Akteure gehören mittlerweile der Allianz Zukunft Reifen an. Neu im Netzwerk sind die Unternehmen Salvadori, Mondo Reifenmarkt, Werba-Chem und Transfor. Die Partner stehen exemplarisch für die Vielfalt der Recycling-Initiative. 

Salvadori entwickelt Lösungen für die Runderneuerung und das Reifenrecycling. Das Unternehmen gehört zum globalen Geschäftsportfolio der Technical Rubber Company (TRC). Salvadori hat es sich zur Aufgabe gemacht, "Abfälle in Werte zu verwandeln", indem es Lösungen anbietet, mit denen ELT (End-of-Life-Tires) und andere Materialien in neue Fertigprodukte umgewandelt werden können. Dazu zählen Anlagen zur Verkleinerung und Entkohlung aller Arten von Reifen, Lackieranlagen für Mulch und Polierstaub, die typischerweise als Nebenprodukt bei der Runderneuerung von Reifen anfallen, und Formgebungsanlagen, in denen Gummikrümel aus den Schredderanlagen zu neuen Produkten verarbeitet werden.

Der AZuR-Neupartner Mondo Reifenmarkt ist spezialisiert auf die Sammlung, umweltgerechte Lagerung und Verwertung gebrauchter Reifen. Damit wirkt der zertifizierte Altreifenentsorger (ZARE) aus dem Münsterland ebenfalls im Sinne einer nachhaltigen Reifen-Kreislaufwirtschaft. Werba-Chem wiederum ist spezialisiert auf nachhaltige Lösungen und Produkte für zahlreiche Branchen. "Aus nachwachsenden Rohstoffen werden in Europa biologisch abbaubare, ressourcenschonende Additive für die klimagerechte Herstellung hochwertiger Reifen und Kautschukprodukte entwickelt. Die selbst entwickelten Additive sind Schlüsselelemente in vielen modernen Industrieprozessen", heißt es in einer Mitteilung. Mit Transfor schließt sich zudem ein Unternehmen dem AZuR-Netzwerk an, dass die Automobilbranche bei Transformationsprozessen begleitet. Das französische Boutique-Beratungsunternehmen bietet Unterstützung in jeder Phase der strategischen Neuausrichtungen von Unternehmen, Übernahmen, Kooperationen und Generationswechseln. 

AZuR hat eine an die EU gerichtete Altreifen-Resolution vorbereitet, die am 4. Juni 2024 auf The Tire Cologne offiziell unterzeichnet wird. 

Präsenz von Industriegasespezialist Messer

Auf dem wichtigsten Event der Reifenbranche wird auch der Industriegasespezialist Messer am Gemeinschaftsstand der Allianz Zukunft Reifen vertreten sein. Nach Angaben der European Tyre and Rubber Manufacturers' Association (ETRMA) fallen allein in Europa jedes Jahr mehr als drei Millionen metrische Tonnen Altreifen an. Die Verwertung und die Wiederverwendung dieser Reifen werden angestrebt. Stickstoff und die dazugehörigen Technologielösungen von Messer spielen eine Schlüsselrolle bei der stofflichen und chemischen Reifenverwertung. Das Kaltmahlen mit flüssigem Stickstoff ist eine bewährte Anwendung zur stofflichen Verwertung, die es ermöglicht, die verschiedenen Materialien, aus denen Reifen bestehen, zu trennen und sehr feine Gummipulver herzustellen. Flüssiger Stickstoff mit einer Temperatur von -196 °C wird dabei zum Kühlen und Verspröden von Reifengummigranulat in Wirbelschneckenkühlern verwendet. 

Eine weitere Methode für die Verwertung von Altreifen ist die Pyrolyse. Bevor geschredderte Reifen in einen Reaktor gegeben werden, wird gasförmiger Stickstoff eingeleitet, um die Umgebungsluft zu ersetzen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Sauerstoffgehalt unter zwei Prozent bleibt. Diese inertisierte Atmosphäre schützt die Reifen und verhindert die Verbrennung. Während des Pyrolyseprozesses werden Altreifen auf eine hohe Temperatur erhitzt, um sie thermisch zu zersetzen und Produkte wie Pyrolyse-Ruß und Pyrolyseöl zu gewinnen, die entweder zur Herstellung neuer Reifen oder für andere Zwecke wiederverwendet werden können. Über die Messe-Lösungen informieren sich Branchenteilnehmer auf der TTC zentral in Halle 7.1, Stand A040/B049 – im Ausstellungsbereich für die Kreislaufwirtschaft, wo die neuesten Technologielösungen für die nachhaltige Produktion und die Verwertung von Reifen vorgestellt werden. 

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