Allianz Zukunft Reifen (AZuR)

Branchenumfrage zur Zukunft der Runderneuerung

azur-pm-zukunft-runderneuerung_Hohe Energiepreise und die im Commercial-Segment sichtbare Marktüberschwemmung durch Billig-Importreifen aus Fernost stellen die Runderneuerung hierzulande vor große Herausforderung.   Foto: AZuR

Die Umfrage wurde im Frühjahr 2026 unter Unternehmen und Experten der Reifen- und Runderneuerungsbranche aus Deutschland sowie weiteren europäischen und internationalen Märkten durchgeführt. Ziel war es, ein praxisnahes Stimmungsbild zur aktuellen Marktsituation, zu Erfolgsfaktoren und politischen Herausforderungen der Runderneuerung zu erhalten. Die Ergebnisse der Umfrage präsentiert die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) am 10. Juni erstmals öffentlich auf The Tire Cologne 2026

Die Ergebnisse verdeutlichen laut den AZuR-Verrantwortlichen die widersprüchliche Situation der Branche: Einerseits gelte die Runderneuerung als Schlüsseltechnologie der Circular Economy mit erheblichen Vorteilen für Klima- und Ressourcenschutz. Andererseits verschärften Billigimporte, hohe Energiepreise und fehlende politische Rahmenbedingungen den wirtschaftlichen Druck auf viele Betriebe. Besonders skeptisch bewerten deutsche Marktteilnehmer die Entwicklung.

Trotz der schwierigen Marktlage sehen die Befragten weiterhin große Potenziale für die Runderneuerung. Als wichtigste Vorteilsfaktoren gelten die niedrigeren Gesamtkosten über den Lebenszyklus (Total Cost of Ownership, TCO), hohe Karkassenqualität sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Flotten, Handel und Runderneuerern. Insbesondere moderne Service- und Cost-per-Kilometre-Modelle (CPK) werden als wichtige Zukunftsstrategie genannt. Mehrere Teilnehmer betonen, dass professionelle Reifen-Managementsysteme und transparente ESG-Dokumentationen entscheidend seien, um die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile der Runderneuerung sichtbar zu machen.

Besonders deutlich fällt der politische Appell der Branche aus: 88 Prozent der Teilnehmer sehen in Green Procurement und einer stärkeren öffentlichen Förderung den wichtigsten Hebel für die Zukunft der Runderneuerung in Europa. Gefordert werden unter anderem verbindliche Nachhaltigkeitskriterien in der öffentlichen Beschaffung, bessere regulatorische Rahmenbedingungen sowie eine Gleichstellung runderneuerter Reifen in europäischen ESG-/Taxonomie-Systemen. Als Vorbilder nennen die Teilnehmer unter anderem französische und skandinavische Modelle mit verpflichtenden Entsorgungsabgaben („Eco-Tax“) sowie nationale Kooperationen zur Förderung von Recycling und Kreislaufwirtschaft.

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