Kfz-Schadenanalyse

Durchschnittliche Reparaturkosten steigen auf über 760 Euro

Mit dem Hochlauf der E-Mobilität steigt auch der Reparaturaufwand für elektrische Systeme.  Foto: RioPatuca Images - stock.adobe.com

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. meldete zuletzt ein neues Spitzenniveau bei den Stundensätzen in Kfz-Werkstätten. Die nun veröffentlichte Analyse von CarGarantie bestätigt den Trend deutlich ansteigender Kosten auch hinsichtlich der durchschnittlichen Pkw-Reparaturkosten. Den Zahlen zufolge hat sich der seit Jahren anhaltende Kostenanstieg bei der Fahrzeugreparatur auch 2025 fortgesetzt. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten, konjunktureller Schwankungen und der zunehmenden technologischen Komplexität moderner Fahrzeuge erreichten die durchschnittlichen Reparaturkosten im vergangenen Jahr einen neuen Spitzenwert von 764 Euro. 2024 lagen die durchschnittlichen Reparaturkosten noch bei 718 Euro.

Laut der Auswertung von CarGarantie bleibt bei Gebrauchtwagen der Motor die kostenintensivste Baugruppe. Sein Anteil an der gesamten Schadenregulierungssumme liegt 2025 bei 24,2 Prozent. Im Jahr zuvor waren es noch 26 Prozent. Die Kraftstoffanlage inklusive Turbolader folgt mit 17,2 Prozent, während die elektrische Anlage auf 13,6 Prozent steigt. Bei Neuwagen bestätige sich der Trend der letzten Jahre noch deutlicher: Die elektrische Anlage erreicht 2025 einen Anteil von 19,3 Prozent und überholt damit erstmals den Motor, der mit 16,9 Prozent auf Platz 2 fällt. Dahinter liegt die Kraftstoffanlage mit 13,4 Prozent.

Auch bei der Schadenhäufigkeit zeigt sich der Auswertung zufolge ein vertrautes Bild. Die elektrische Anlage bleibt sowohl bei Neu‑ als auch bei Gebrauchtwagen die am häufigsten betroffene Baugruppe. Bei Gebrauchtwagen steigt sie auf 23,2 Prozent, während sie bei Neuwagen mit 28,8 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert liegt. Die zunehmende Anfälligkeit elektrischer Systeme bestätigt damit aber auch die bereits in den Vorjahren prognostizierte Entwicklung. Mit wachsender Komplexität steigen sowohl die Reparaturintensität als auch die Wahrscheinlichkeit von Defekten. Bei Gebrauchtwagen folgt auf Platz 2 die Kraftstoffanlage inklusive Turbolader mit 17,6 Prozent, bei Neuwagen die Komfortelektrik mit 15,2 Prozent. Platz 3 nimmt bei Gebrauchtwagen der Motor mit 12,4 Prozent ein, bei Neuwagen die Kraftstoffanlage mit 10,8 Prozent. Der Zeitpunkt des Schadeneintritts bleibt der Auswertung zufolge weitgehend stabil. Bei Gebrauchtwagen traten 2025 in 27,5 Prozent der Fälle die Schäden innerhalb der ersten 5.000 Kilometer auf (Vorjahr: 27,1 Prozent), während 20,0 Prozent der Schäden erst nach mehr als 25.000 Kilometern registriert wurden. 26,7 Prozent der Schäden bei Gebrauchtwagen treten erst nach über 360 Tagen auf.

„Schon in den vergangenen Jahren war absehbar, dass sich die Reparaturkosten aufgrund der globalen wirtschaftlichen Lage, internationaler Krisen und der immer komplexer werdenden Fahrzeugtechnologie weiter erhöhen würden. Dass wir nun die Marke von über 760 Euro erreichen, unterstreicht, wie stark die sich überlagernden Einflussfaktoren auf die Automobilbranche wirken. Eine baldige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Umso wichtiger ist eine konsequente Absicherung gegen diese Risiken – sowohl für den Handel als auch für die Endkundinnen und Endkunden“, so Marcus Söldner, Vorstandsvorsitzender des Garantieversicherers CarGarantie.

Marcus Söldner, CEO von CarGarantie, rechnet mit keiner baldigen Besserung der Kostensituation. Foto: CarGarantie

Ähnliche Artikel

Kfz-Werkstatt
02.10.2025, 13:30 2 Min.
Rekordniveau bei Stundensätzen in Kfz-Werkstätten
“Im Schnitt 202 Euro”
99_automotive_insights_podcast
09.10.2025, 17:24 1 Min.
Der "Autogipfel", die Reifentest-Bilanz und Neues aus dem Commercial-Segment
Podcast-Episode #99
RAM _ AdobeStock_werkstatt.jpeg
23.12.2024, 12:17 2 Min.
Kompetenz vor Ambiente
Kriterien bei der Werkstattwahl
06.11.2025, 14:26 2 Min.
Plattformen als Straffer und Kundenzuführungsinstrumente
Kfz-Aftermarket wird immer digitaler