Eine aktuelle DKV Mobility Elektromobilitätsstudie hat ergeben, dass über die Hälfte der befragten Unternehmen in den kommenden zwei Jahren mehr vollelektrische Fahrzeuge für ihre Fuhrparks anschaffen wollen. Einer der größten Hemmfaktoren ist aktuell noch die als “mangelhaft empfundene öffentliche Ladeinfrastruktur”. Auf der Flottenmesse in Düsseldorf zeigten aber besonders auch die Mobilitätsakteure Präsenz, die die Treiber des Ausbaus dieser Ladeinfrastruktur sind. Die Flottenelektrifizierung nimmt Fahrt auf – dies dokumentierten die Stände vertretener Automobilhersteller wie BMW, Mercedes, Stellantis, BYD, Xpeng, MG, Kia oder Audi, sowie eine Vielzahl an Fuhrparkmanagement- und Leasing-Gesellschaften. Und auch das Thema Flottenservices war breitflächig in Form von Handelsorganisationen wie Vergölst, Driver oder Pneuhage Fleet Solution abgebildet.
Besonders Pneuhage hat seine Aktivitäten im Flottenbereich in den letzten Jahren strategisch weiterentwickelt. Die nächste Stufe im Ausbau dieses Geschäftsfeldes hatte das Unternehmen kurz vor der Messe durch den angekündigten schrittweisen Ausstieg aus dem Vergölst-Verbund FleetPartner angekündigt. Der Auftritt auf der Flottenmesse war laut den Verantwortlichen Bestandteil der strategischen Neuausrichtung im Flottengeschäft unter dem Dach der Pneuhage Gruppe. Pneuhage will die eigenen Stärken künftig noch mehr in den Fokus der Kundenadressierung rücken. Aufgrund der Flexibilität dank der Unabhängigkeit von Marken und Herstellern sowie einer “effizienzorientierten Beratung” verspricht sich das Karlsruher Familienunternehmen entsprechende Vorteile. Mit der Schärfung des eigenen Profils im Markt gehe auch die einvernehmliche und sukzessive Herauslösung aus dem Flottennetzwerk FleetPartner einher.
Reifen- und Autoservices werden gemäß dem „One-Stop-Service“-Prinzip im Pkw- wie auch im Transporter-Segment immer weiter zusammengeführt. Auch der 4Fleet-Verbund unter dem Dach der Goodyear Retail Systems empfängt seine Kundschaft mit dem “Alles-aus-einer-Hand”-Ansatz. Dieser beinhaltet natürlich auch das komplette Feld der Pannenservices. Die Flottenmesse hatte überdies auch einen starken Fokus auf Services digitaler Art gelegt. Im Flottenbereich werden Software- und KI-basierte Lösungen in den nächsten Jahren zu den wichtigsten Tools der Effizienzsteigerung. Reifen sind natürlich ein ebenfalls bedeutender Faktor, die Reifenhersteller zeigten sich außer Hankook allerdings unter dem Dach ihrer Handelssysteme. Deren Präsenzen waren auch deutlich besser frequentiert als die der koreanischen Reifenmarke. Auch hieran ließ sich ableiten, dass produktfokussierte Messeauftritte im B2B-Umfeld weniger Aufmerksamkeit erlangen, als solche, die ein umfassendes Serviceangebot zeigen. Das Flottengeschäft ist ohnehin substanziell nur über eine eigene Handelsstruktur zu erschließen – hier läuft Hankook den Premiumakteuren im Markt noch ein Stück weit hinterher. Die Messe insgesamt zielte mit ihrer Konzeption und Ausstellerliste auf jeden Fall ins Zentrum der Flottenwelt – und dokumentierte erneut, wie sie die Konkurrenzveranstaltung bfp Fuhrpark Forum ins Off schießen konnte.