Wie der Hannoveraner Konzern mitteilt, steht auf der Hauptversammlung am 25. April 2025 noch die Zustimmung zum geplanten Spin-off aus. Der Continental-Vorstand hatte mit einem entsprechenden Beschluss seinerseits im Dezember den Weg für die Trennung geebnet und auch der Aufsichtsrat hatte sich in Person des Vorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle für das Vorhaben ausgesprochen. Dass die Verantwortlichen mit Blick auf die Hauptversammlung zuversichtlich sind, zeigt auch die nun verkündete Personalentscheidung. Zum 1. April dieses Jahres nimmt Karin Dohm (52) die Arbeit als Chief Financial Officer der Automotive-Sparte auf. Ihre Vorgängerin Claudia Holtkemper wird zum 1. Mai eine neue Rolle im Unternehmen übernehmen.
Als CFO soll Karin Dohm ein umfangreiches Vorstandsressort verantworten, das die Bereiche Accounting, Controlling, Treasury, Tax, Mergers & Acquisitions sowie Real Estate Management, Investor Relations und IT umfasst. Aus ihren vorherigen Positionen bei der Hornbach Gruppe, der Deutschen Bank sowie als Partnerin bei Deloitte bringt Dohm dafür nach Meinung von Philipp von Hirschheydt beste Voraussetzungen mit. „Als erfahrene Finanzvorständin hat sich Karin Dohm eine hervorragende Reputation bei Investoren und Analysten erarbeitet – und das auch mit Blick auf ESG und Compliance. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihr“, so der Conti-Vorstand und Leiter des Unternehmensbereichs Automotive. Der designierte CEO der unabhängigen Automotive-Sparte dankte zudem Claudia Holtkemper für ihre Arbeit und betonte, an die von ihr mitgestaltete „Steigerung der Profitabilität und Börsenfähigkeit von Automotive” anzuknüpfen.
Display-Kompetenz auf der CES 2025 zu sehen
Der Conti-Unternehmensbereich Automotive beschäftigte zum Ende des dritten Quartals 2024 rund 96.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für das Geschäftsjahr 2023 steht ein Umsatz von etwa 20,3 Milliarden Euro in den Büchern. Ausbaufähig ist jedoch die Ergebnismarge, die 2023 bei nur 1,9 Prozent lag, und die bei der Entscheidung für die Abspaltung sicherlich eine Rolle gespielt haben dürfte. Diese Kennzahlen zu verbessern, wird auch eine der wesentlichen Aufgaben von Karin Dohm sein. Die Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin und Diplom-Volkswirtin blickt voraus: „Ich freue mich sehr darauf, Automotive gemeinsam mit Philipp von Hirschheydt als eigenständiges und nachhaltig erfolgreiches Technologieunternehmen zu etablieren und für Investoren dauerhaft Wert zu schaffen.“
Dank einer „hohen Systemkompetenz sowie Wertschöpfungstiefe” sieht das Management die Sparte dafür gut aufgestellt. Insbesondere mit Blick auf den Zukunftsmarkt softwaredefinierter und autonomer Fahrzeuge und die eigene Expertise bei Architekturplattformen, Assistenzsystemen, Sensorlösungen und Displays haben die Verantwortlichen Potential für den Geschäftsbereich ausgemacht. Wie die Zukunft in diesen Bereichen aussehen kann, wurde auf der jüngsten Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas ersichtlich. Continental präsentierte dort unter anderem sein „Invisible Biometrics Sensing Display“, das mit hinter dem Bildschirm platzierter Kamera sowie Laserprojektor die Vitalparameter der Fahrzeuginsassen erfassen kann. Auch eine Window-Projection-Lösung, die außen sichtbare Inhalte – etwa den Ladestand eines E-Autos – auf die hinteren Seitenscheiben des Fahrzeugs darstellt, wurde vorgestellt.