An der Spitze des Top-100-Zulieferer-Rankings von Berylls by AlixPartners gibt es im Jahr 2026 zunächst keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr: Weltweit umsatzstärkster Zulieferer bleibt Bosch und kann seine Führungsposition vor dem japanischen Konzern Denso behaupten. Auf Rang drei folgt in diesem Jahr mit dem Batteriehersteller CATL jedoch erstmals ein chinesischer Akteur. Ein sattes Umsatzplus von 20 Prozent ermöglicht dem Unternehmen den Sprung von Platz sieben auf drei. Damit ist das diesjährige Podium ein Abbild der stärksten Zulieferer-Nationen: Während Japan und Deutschland mit 21 respektive 17 Unternehmen in den Top 100 vertreten sind, belegt China mit 15 Akteuren den dritten Platz nach Anzahl und überholt damit die USA.
Ein ähnliches Bild zeigt der Blick auf den Umsatzanteil je Nation im Ranking: 13,0 Prozent der Top-100-Umsätze stammen aus China, womit sich das Land knapp vor die USA schiebt (12,9 Prozent). Das wiederum hat im Wesentlichen damit zu tun, dass die chinesischen Zulieferer in den Top 100 ihren Umsatz von 113 auf 137 Milliarden steigern konnten (+21 Prozent). „Hinter diesem Wert verbergen sich teils spektakuläre Einzelentwicklungen, etwa Wachstumsraten von bis zu 93 Prozent bei Huawei oder strategische Übernahmen wie die von Leoni durch Luxshare”, ordnen die Experten von Berylls by AlixPartners die Entwicklung ein. Eine Verbesserung ihres kumulierten Umsatzes erreichen sonst nur die Unternehmen aus Großbritannien.
Spitzenposition für China eine Frage der Zeit?
Insgesamt beläuft sich der Umsatz der Top-100-Zulieferer 2026 auf rund 1,061 Billionen Euro (-2,2 Prozent). Immerhin 38 Player melden steigende Umsätze, bei 62 Unternehmen ist die Entwicklung hingegen negativ. Maßgeblichen Einfluss hatten an dieser Stelle jedoch die Wechselkurse, wie die Studienautoren schreiben: „Ohne die Abwertung der meisten Währungen gegenüber dem Euro wäre der kumulierte Umsatz um 0,8 Prozent gewachsen.” Zugleich führen die Experten aus: „Die Statik dieser Momentaufnahme verdeckt die Dynamik dahinter. Die heute gelisteten chinesischen Unternehmen haben ihren Umsatz in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt um 16 Prozent pro Jahr gesteigert, ihre globalen Wettbewerber in den Top 100 lediglich um 5,9 Prozent. Setzt sich diese Schere fort, ist es nur eine Frage der Zeit, bis China den größten Umsatzanteil aller Zuliefererländer auf sich vereint und zugleich ein chinesisches Unternehmen die Spitzenposition im Ranking einnimmt.” Mit Akteuren wie Pony.ai, Horizon Robotics und Momenta – allesamt im Bereich des autonomen Fahrens aktiv – gibt es ferner einige potenzielle Anwärter für die Top 100, die das Momentum weiter in Richtung China verschieben könnten.
Neben rückläufigen Umsätzen hat die Mehrheit der Top-100-Zulieferer zudem mit einer sinkenden Profitabilität zu kämpfen: Die Marge fiel im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent – und das trotz vielfacher Bemühungen um verbesserte Strukturen und einer Vielzahl an Stellenstreichungsplänen. Für die Experten von Berylls by AlixPartners ein klarer Anlass zur Warnung: „Der Zinsdeckungsgrad der Branche hat seit dem Post-Corona-Hoch kontinuierlich nachgegeben und liegt heute auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Elektrifizierungswelle. Die Investitionsquote der größten Zulieferer ist nach kurzer Erholung auf den tiefsten Wert seit mindestens acht Jahren gefallen. Beide Entwicklungen sind keine zyklischen Dellen. Es sind Signale einer strukturellen Verschiebung, die in ihrer Konsequenz unterschätzt wird.”
Die Top Ten im Top-100-Zulieferer-Ranking 2026 von Berylls by AlixPartners:
- Bosch (±0)
- Denso (±0)
- CATL (+4)
- Hyundai Mobis (+1)
- Magna (-1)
- ZF (±0)
- Aisin (+1)
- Forvia (+2)
- Michelin (±0)
- Hasco (+2)
Zumindest noch in den Top 20 des Rankings vertreten sind ferner Schaeffler auf Rang 15 (+1) sowie Aumovio auf Rang 16. Nach der Abspaltung von Conti taucht der Konzern erstmals in der Liste auf. Die Continental AG selbst wird in diesem Zuge auf Rang 21 (-18) durchgereicht. Durch den Verkauf von ContiTech an Lone Star Funds dürfte es perspektivisch einige Plätze weiter nach unten gehen. Zu den weiteren Verlierern im 2026er-Ranking zählen Panasonic auf Rang 71 (-46), SK on auf Rang 77 (-42) und Samsung SDI auf Rang 100 (-41). Die deutlichsten Verbesserungen erzielen Hankook & Company (Platz 23/+29) – unter anderem durch die Übernahme von Hanon Systems – sowie Huawei (Platz 52/+45).
Die weiteren deutschen Akteure platzieren sich wie folgt:
- 31. Mahle (-2)
- 43. Brose (-1)
- 46. Infineon (-6)
- 49. Thyssenkrupp Automotive (-4)
- 66. Dräxlmaier (-5)
- 67. Eberspächer (-4)
- 72. Freudenberg (-1)
- 83. Webasto (-9)
- 89. ZF Foxconn (neu)
- 93. Mann + Hummel (-7)
- 97. Knorr-Bremse (-13)
- 98. Mubea (neu)