Geschäftsbericht 2024

ZF-Bilanz: „2024 und 2025 sind Jahre des Übergangs“

ZF Friedrichshafen„Stärken stärken, Potenziale entfalten“, so das ausgegebene Motto der ZF-Verantwortlichen.  Foto: ZF

Hatte der Umsatz im Geschäftsjahr noch 46,6 Milliarden Euro betragen, musste 2024 ein Rückgang um 5,2 Milliarden Euro zur Kenntnis genommen werden, der allerdings durch den Einmaleffekt der Entkonsolidierung der Produktlinie Achsmontagesysteme (Umsatz: 2,6 Milliarden Euro) beeinflusst sei. Dadurch habe der organisch der Umsatzrückgang rund drei Prozent betragen, teilt ZF mit. Derweil belief sich das bereinigte EBIT auf 1,5 Milliarden Euro (2023: 2,4) bei einer bereinigten EBIT-Marge von 3,6 Prozent (2023: 5,1). Damit wird die im September 2024 aktualisierte Prognose in weiten Teilen bestätigt.

Der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Holger Klein gab bei der Bilanzvorlage eine Einschätzung der Situation: „Das Jahr 2024 hat deutlich gemacht, unter welch enormem Druck unsere Branche und damit auch unser Unternehmen steht. Wir begegnen diesen Herausforderungen mit einem klaren strategischen Maßnahmenplan. Dessen Ziel ist, ZF zu entschulden und zu einem agileren und profitableren Technologieführer zu entwickeln. Dieser Weg, den wir bereits vor zwei Jahren eingeschlagen haben, kostet uns viel Kraft.“ Konkret würden Investitionen in Kernbereiche wie die Fahrwerk-, Nutzfahrzeug- und Industrietechnik sowie das Aftermarket-Geschäf fortgesetzt, während in den Bereichen E-Mobilität sowie Elektronik und Fahrerassistenzsysteme weitere Partnerschaften angestrebt würden.

Zusätzlich zu strategisch-strukturellen Veränderungen hat ZF unter anderem bereits ein weiteres Projekt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit seiner deutschen Standorte gestartet, mit dem man auf Kurs sei, so Klein. „Wir arbeiten weiter daran, um die zunehmenden Herausforderungen zu kompensieren. Damit machen wir unser Unternehmen und seine Arbeitsplätze zukunftsfähig“, sagte Klein einerseits, andererseits würden eine effizientere Aufstellung und eine Anpassung der Personalkapazitäten weiterhin vonnöten sein. „Uns ist bewusst, dass dies teils große Einschnitte für unsere Mitarbeiter bedeutet. Unser Ziel ist, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und notwendige Stellenreduzierungen so sozialverträglich wie möglich umzusetzen“, betonte Klein. Im vergangenen Jahr sei in Deutschland Personalkapazität im Umfang von rund 4.000 Stellen (Vollzeitäquivalente/FTEs) reduziert worden. Im Sommer 2024 waren Pläne bekannt geworden, nach denen der Konzern bis 2028 bis zu 14.000 Stellen einsparen wolle. Dieses Ziel bekräftigen die Verantwortlichen auch in der aktuellen Mitteilung. Zurzeit beschäftigt ZF weltweit 161.631 Menschen (2023: 168.738), in Deutschland ging die Mitarbeiterzahl um gut vier Prozent auf 52.027 (2023: 54.447) zurück.

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„Wir befinden uns in einem Übergangsjahr, in dem die Ergebnisse unserer Arbeit erst nach und nach sichtbar werden“, sagte der ZF-Vorstandsvorsitzende Dr. Holger Klein. Foto: ZF

Ausblick 2025

Die ZF-Verantwortlichen wagen in ihrer Mitteilung einen eher verhaltenen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2025. Besonders für die Eurozone und Deutschland rechne man mit einem abermals schwachen Wirtschaftswachstum, während die Fahrzeugmärkte noch unter den Werten des Vorjahres bleiben könnten. So würde der Transformationsdruck hoch bleiben bei weiterhin durch geopolitische und protektionistische Einflüsse befeuerten Unsicherheiten. Dennoch rechnet ZF bei stabilen Wechselkursen für das Jahr 2025 mit einem Konzernumsatz von über 40 Milliarden Euro und einer bereinigten EBIT-Marge zwischen 3,0 und 4,0 Prozent. „Die eingeleiteten Maßnahmen sind nötig, um uns wieder für zukünftiges Wachstum aufzustellen. Sie beginnen zu greifen, was allerdings aufgrund der eingestellten Restrukturierungskosten, die sich erst in diesem und den Folgejahren auszahlen, noch nicht im Ergebnis für 2024 ablesbar ist“, gibt Finanzvorstand Michael Frick eine Einschätzung.

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