Über die Sättigung des Geschäfts mit Ersatzteilen im B2C-Geschäft berichteten wir im E-Commerce-Spezial der Print-Ausgabe. Um weiteres Wachstum zu generieren, verstärkt Autodoc seine Aktivitäten im europäischen B2B-Geschäft. Die technische Entwicklung des Marketplace startete Autodoc eigenen Angaben zufolge im Januar 2024. Die Plattform soll kuratierten Verkäufern von Fahrzeugersatzteilen und -zubehör eine zusätzliche Möglichkeit der Vermarktung bieten. „Autodoc schafft durch die Integration von Drittanbietern eine dynamische, zukunftsorientierte Plattform und bietet Kundinnen und Kunden maximale Flexibilität“, wirbt Dmitry Zadorozhny.
Autodoc wurde 2008 von Alexej Erdle, Max Wegner und Vitalij Kungel in Berlin gegründet. Seit November 2022 firmiert das Unternehmen als europäische Aktiengesellschaft Autodoc SE. Ein Minderheitsanteil wurde an den US-Investor Apollo verkauft, um laut CFO Lennart Schmidt auch Expertise auf dem Kapitalmarkt hinzuzugewinnen. Die Expansionsbestrebungen sind auch im Hinblick auf einen möglichen Börsengang zu deuten. In einer Mitteilung im Kontext des Starts in Frankreich wird ausgeführt: "Das Sortiment von Autodoc wird auch um neue, gefragte Kategorien erweitern, die über die traditionellen Fahrzeugersatzteile hinausgehen und die Verfügbarkeit weiter erhöhen. E-Commerce-Verkäufer und physische Geschäfte werden von einem neuen Online-Verkaufskanal profitieren, der ihre Besucherzahlen und Sichtbarkeit verbessert. Dieser Marktplatz wird die Aufmerksamkeit auf die Verkäufer von Kfz-Produkten und ihre Sortimente lenken, die Gefahr laufen, auf horizontalen Marktplätzen wie Amazon und Ebay in den Hintergrund gedrängt zu werden."
Nach dem nun erfolgten Start in Frankreich wollen die Vorstände Dmitry Zadorozhny (CEO) und Lennart Schmidt (CFO) den Marktplatz schrittweise auch in anderen europäischen Märkten scharf schalten, in denen das Unternehmen tätig ist. Dadurch werde Autodoc Marketplace zu einer wichtigen Quelle für zukünftiges Wachstum. Lennart Schmidt teilt mit: „Unser Ziel ist es, durch unsere Investitionen in Innovationen weiterhin die digitale Transformation der Kfz-Ersatzteilbranche voranzutreiben.“ Kunden sollen von einem "nahtlosen Einkaufserlebnis" profitieren, unabhängig davon, ob sie direkt bei Autodoc oder über Drittanbieter auf dem Autodoc Marketplace einkaufen. "Während Autodoc den Versand, die Rechnungsstellung und den Kundenservice für seine eigenen Produkte übernimmt, kümmern sich Drittanbieter eigenständig um diese Prozesse. Diese Struktur ermöglicht es den Kunden, auf ein breiteres Produktsortiment zuzugreifen und gleichzeitig eine vertraute Einkaufsumgebung zu genießen", heißt es erläuternd.