Motorsport

Bremsregelsystem von Conti für Hypersportwagen Bugatti Bolide

continental_bugatti_mcwt35_laguna_secaContinental Engineering Services ist langjähriger Projektpartner von Bugatti   Foto: Bugatti

Continentals interner Entwicklungs- und Ingenieurdienstleister Continental Engineering Services (CES) und die Hypersportmarke Bugatti kooperieren bereits seit Jahren. Laut Herstellerangaben vor allem rund um die Modelle Bugatti Chiron und Bugatti Veyron. Die aktuelle Zusammenarbeit in Entwicklung und Integration der Hard- und Software-Komponenten sticht laut den Partnern aber heraus, “denn nicht für die Straße zugelassene Rennfahrzeuge sind vornehmlich für Höchstleistung im Rennsport optimiert und nutzen eigentlich keine derart komplexen Fahrdynamikregelsysteme”. „Noch nie zuvor wurde ein ESC-System mit Carbon/Carbon-Bremsen kombiniert – bis jetzt. Im Bolide haben wir diese Herausforderung gemeistert. Das Resultat, basierend auf Continentals Motorsport-Bremsregelsystem, übertrifft unsere Erwartungen in Bezug auf Leistung, Stabilität und Sicherheit bei weitem”, schwärmt Bugatti-Chefingenieur Christian Willmann. 

Natürlich zeigt man sich auch auf Seiten Contis begeistert: „Wir sind sehr stolz, dass wir bei diesem außergewöhnlichen Projekt gemeinsam mit Bugatti Grenzen überschreiten konnten. Bremsregeltechnik für einen Hypersportwagen zu entwickeln ist eine exklusive Disziplin, in der Continental Engineering Services viel Erfahrung hat. Einen Rennwagen eben nicht nur für professionelle Motorsportler, sondern für alle Fahrerinnen und Fahrer beherrschbar zu machen, das stellte eine besonders interessante Herausforderung für uns dar“, so Volker van Lier, Leiter des Geschäftsbereichs Chassis & Brake Systems bei Continental Engineering Services. CES hatte als Entwicklungsdienstleister bereits für die Serienhypersportwagen Veyron und Chiron – der Bolide setzt auf der Chiron-Plattform auf – Bremsregelsysteme entwickelt. Das Basis-Motorsport-ABS wurde für den Einsatz im Bugatti Bolide adaptiert und um neue Funktionen erweitert.

Die Herausforderung für das Entwicklungsteam lautete, ein hinsichtlich seiner fahrdynamischen Fähigkeiten herausragendes Fahrzeug mit seinen 1.600 PS für jedermann beherrschbar zu machen. Für den Bugatti Bolide präsentiert CES ein Bremsregelsystem, bei dem die einzelnen Fahrdynamikfunktionen wahlweise aktiviert oder deaktiviert werden können. Zum Entwicklungsprozess heißt es in einer Mitteilung: “Ein Vorteil in diesem Prozess war, dass einer der beteiligten Ingenieure von Continental Engineering Services selbst aktiver Rennfahrer im Besitz einer Rennlizenz ist. Zusammen mit den Werksfahrern des Herstellers konnten die Regelsysteme so optimal für den Einsatz auf Rennstrecken abgestimmt werden.” Das Bremsregelsystem des Bolide bietet fünf verschiedene Fahrmodi für das Antiblockiersystem sowie für die Kombination aus Elektronischer Stabilitätskontrolle und Traktionskontrolle. Diese Modi reichen vom reinen Rennmodus über stufenweises Zuschalten der Fahrdynamikregelung bis zum umfassenden Einsatz elektronischer Unterstützung. 

CES kombinierte für die Bolide-Adaption eigenen Angaben zufolge Software- mit Motorsport-Expertise. “Als besondere Herausforderung erwiesen sich die im Rennsport üblichen, extremen physikalischen Kräfte. So treten beim Bremsen des 1.600 kg schweren Hypersportwagens Verzögerungen von bis zu 2,5 g auf – das ist mehr als doppelt so viel im Vergleich zur maximalen Verzögerung eines Autos mit Straßenzulassung. Auch der aerodynamische Abtrieb bei hohen Geschwindigkeiten musste in die Regelstrategien des Motorsport-Bremsregelsystems von CES einbezogen werden: Das 380 km/h schnelle Fahrzeug belastet die Räder bei hohen Geschwindigkeiten im Vergleich zum Stillstand mehr als doppelt so stark”, so die erläuternden Zeilen aus der Entwicklungsabteilung. Laut Unternehmensangaben wurden unter anderem die Algorithmen der Regelfunktionen im “Motorsports ABS Kit” weiterentwickelt, um die Fahrzeugdynamik bändigen zu können. Die Bugatti-Adaption des Regelsystems hat CES innerhalb eines Jahres realisiert.

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