Markt für Gebrauchtwagen

E-Autos verlieren rasant an Wert

Für Privat- und Flottenkunden werden gebrauchte E-Autos immer attraktiver, denn trotz geringerer Restwerte bleiben die Reichweiten hoch.  Foto: scharfsinn86 - stock.adobe.com

Die deutlichsten Wertverluste fanden die Verantwortlichen im Rahmen ihrer Analyse bei Luxus- und französischen Fahrzeugen vor. So verzeichnete der elektrische Mercedes EQE in drei Jahren einen Wertverlust von rund 70 Prozent, während es bei der Verbrenner-E-Klasse knapp 50 Prozent waren. Aber auch auf dem Massenmarkt sind der Auswertung zufolge deutliche Einbußen zu verzeichnen. Der Volkswagen ID.4 büßte 46,1 Prozent seines ursprünglichen Preises ein, während sein Verbrenner-Äquivalent, der Tiguan, um 34,5 Prozent verlor. Vielfahrers Lieblingsmarke Škoda kam auch nicht gut weg. Der Škoda Enyaq verzeichnete einen Preisrückgang von 51,7 Prozent, während das Verbrenner-Pendant Kodiaq im selben Zeitraum hingegen einen Wertverlust von lediglich 33 Prozent aufwies. Die Modelle Peugeot e-208 und Citroën ë-Berlingo des französischen Mutterkonzerns Stellantis verzeichneten einen Rückgang von 53,6 Prozent bzw. 57,9 Prozent. Bei beiden bedeutet dies einen Verlust, der etwa 20 Prozentpunkte höher liegt als bei ihren konventionellen Geschwistern. „Die dynamische technische Entwicklung bei Elektrofahrzeugen führt dazu, dass ältere E-Autos für Kunden schneller an technischer Attraktivität verlieren. Damit einher geht auch eine gewisse Zurückhaltung bei einem Teil der Gebrauchtwageninteressenten gegenüber Batteriefahrzeugen, was deren Restwert naturgemäß nach unten drückt“, erklärt Artur Schwendner, Country Manager Deutschland und Österreich bei Carvago. „Auf der anderen Seite öffnet sich dadurch ein äußerst interessantes Kauffenster.“

Laut Mitteilung stützt sich die Analyse der Online-Plattform auf eine Datenstichprobe aus deutschen Inseraten. Verglichen wurden der Wertverlust von Elektroautos und ihren Pendants mit Verbrennungsmotor derselben Marke und desselben Segments auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt. Für jedes Modell wurde ein Ausgangspreis ermittelt, basierend auf Inseraten von Fahrzeugen mit Erstzulassung im Jahr 2022 und einer Laufleistung von bis zu 50 Kilometer, die im letzten Quartal 2022 (Oktober bis Dezember) angeboten wurden.

Gebrauchtwagen werden für Privat- und Flottenkunden attraktiver

Obwohl die Anfangsinvestition für ein neues Elektroauto vor drei Jahren im Vergleich zu Verbrennern in den meisten Fällen höher war, werden Stromer für neue Käufer auf dem heutigen Sekundärmarkt zu einer oft günstigeren Alternative. Dass dieses Investment auch technisch nachhaltig sein kann, untermauern neueste Untersuchungsergebnisse zur Leistungsfähigkeit von Elektroauto-Batterien. Potenziell niedrige Reichweite und der Zweifel an der Haltbarkeit von E-Auto-Batterien verunsicherten Verbraucher in der Vergangenheit zunächst. Einer aktuellen britischen Studie zufolge bleibt die Leistungsfähigkeit von Elektroauto-Batterien allerdings auch nach langer Nutzung noch sehr hoch. In vielen Fällen würden die Batterien die Fahrzeuglebensdauer sogar überdauern. Das Potenzial gebrauchter E-Fahrzeuge scheint zudem im Markt auf Resonanz zu stoßen. Dem DAT-Barometer vom Februar 2026 zufolge, wurden im vergangenen Jahr 2025 bereits 173.000 gebrauchte vollelektrische Fahrzeuge von Pri­vat­per­sonen erworben. Zudem zeigen auch Unternehmen ein grundsätzliches Interesse am Gebrauchtwagenmarkt. Laut aktuellem Arval Mobility Observatory haben 46 Prozent der befragten deutschen Unternehmen bereits Gebrauchtfahrzeuge in ihre Fuhrparks integriert, weitere 39 Prozent ziehen dies in den kommenden drei Jahren in Erwägung. Mit zunehmender Alltagstauglichkeit elektrifizierter Fahrzeuge sieht Katharina Schmidt, Head of Consulting beim Leasing-Anbieter Arval, auch Potenzial für Flottenkunden: „Die Angst vor dem Reichweitenverlust bei gebrauchten E-Autos ist unbegründet. Unsere Daten belegen: Die Batteriekapazität lag nach rund 70.000 Kilometern bei etwa 93 Prozent. Gebrauchte E-Autos können damit eine Schlüsselrolle spielen, um die Transformation der Unternehmensflotten schneller und wirtschaftlicher voranzubringen."

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