Euromaster-Standort Trier

Man kennt und schätzt sich

Euromaster TrierSpezialisten für Reifen- und Autoservice: Das Team vom Euromaster-Standort Trier-Nord. Das Sagen haben Jan Berschens (3.v.l.) und Jens Schäfer (2.v.r.).   Foto: Daniel Willrich

Unter den hierzulande aktiven Reifenhandels- und Werkstattketten zählt Euromaster sicherlich zu den bekanntesten. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter des Reifenherstellers Michelin und mit einem dichten Netz an Stützpunkten deutschlandweit vertreten. Aktuell gehören der Kooperation mehr als 150 Franchisebetriebe sowie rund 260 unternehmenseigene Servicecenter an. Ein solches haben wir in Trier besucht. 

Draußen: An diesem Dienstagmittag Anfang Mai herrscht reger Verkehr im Industriegebiet Trier-Nord. Unter die zahlreichen Pkw mischen sich auch einige Busse sowie Lkw, die eines der vielen ansässigen Unternehmen ansteuern, um Waren abzuholen oder auszuliefern. Am Volkswagen Zentrum Trier trifft gerade eine neue Ladung Fahrzeuge ein. Überhaupt dominieren Akteure der Automotive-Branche wie etwa Autohäuser, Waschstraßen und Gebrauchtwagenhändler die Gegend. Ein typisches Gewerbegebiet eben, mit unmittelbarer Anbindung an die Autobahn A602. Und wie das mit Gewerbegebieten so ist, erfährt das geschäftige Treiben mit dem Start des Wochenendes ein jähes Ende. “Dann ist hier quasi tote Hose”, berichtet Jan Berschens, Filialleiter des ansässigen Euromaster-Standorts. Entsprechend ist sein Betrieb nur während der Saison auch an Samstagvormittagen geöffnet. Ansonsten reichen die Öffnungszeiten von montags bis freitags. 

Drinnen: Betritt man den Betrieb über den genau auf der Ecke einer Straßenkreuzung gelegenen Eingang steht man in einem großzügigen Aufenthalts- und Wartebereich. Wir sind direkt zum Re-Sart nach der einstündigen Mittagspause um 13 Uhr mit Jan Berschens und Jens Schäfer, dem für die Region zuständigen Euromaster-Vertriebsleiter, verabredet. Entsprechend sind die Tische und Stühle noch nicht besetzt. Das soll sich jedoch im Laufe des Nachmittags ändern. Rechter Hand befindet sich eine breite Theke mit mehreren Arbeitsplätzen. Durch die Glasscheibe offenbart sich der Blick in die dahinter liegenden Werkstatträume. Dort hält sich auch der Chef die meiste Zeit auf: “Wenn ich noch ein bis zwei Reifenmonteure mehr hätte, müsste ich weniger Zeit in der Werkstatt verbringen”, sagt Berschens. “Das wäre schon gut.”

Kundschaft: Ähnlich geschäftig wie in der Umgebung geht es nach und nach auch im Betrieb zu. Kunden kommen und gehen, Telefone klingeln und in der Werkstatt wird fleißig an Fahrzeugen gearbeitet. Es herrscht eine eifrige, aber dennoch entspannt-lockere Atmosphäre. “Wir haben eine große Stammkundschaft. Einen Großteil davon kann ich auch anhand des Kennzeichens zuordnen”, erzählt Jan Berschens. “Manchmal begrüße ich Kunden auch beim Einkaufen, wenn ich sie dort zufällig treffe. Viele sind dann ganz perplex, weil sie mich nur im Blaumann aus der Werkstatt kennen.” Dieser persönliche Kontakt ist ihm sehr wichtig, auch als Zeichen der Wertschätzung: “Wenn ich um 8 Uhr den Laden aufmache, bin ich häufig schon um 6:30 Uhr hier. Dann habe ich, bis es richtig losgeht, schon alles vorbereitet und weiß, wie der erste und der zweite Kunde heißen und kann sie direkt begrüßen.”

Führungs-Duo: Jan Berschens verantwortet seit drei Jahren die Geschicke der Filiale. Als gelernter Karosseriebauer kam er 2010 über eine Zeitarbeitsfirma in den Betrieb. Nachdem sein Vertrag dort mehrfach verlängert worden war, setzte sich Jens Schäfer, der damals als Filialleiter das Sagen hatte, für seine Übernahme ein. “Dank unserer Euromaster-Akademie konnte Jan seine Autoservice-Kompetenzen zügig ausbauen”, blickt Schäfer zurück. Über die Zwischenstation des Werkstattleiters übernahm Berschens schließlich die Gesamtverantwortung für den Standort. 

In dieser Funktion arbeitet er weiter eng mit Jens Schäfer zusammen, der inzwischen als Vertriebsleiter für die Region Südwest im Euromaster-Konzern tätig ist. Rund 20 Betriebe im Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg liegen in Schäfers Zuständigkeitsgebiet. “Meine Aufgabe liegt vor allem in der Betreuung und Unterstützung der Filialen, insbesondere bei dem unternehmensweiten Ziel, jeden Betrieb zu einem One-Stop-Shop auszubauen”, so Schäfer. Dass sich auch der Standort in Trier zu einem solchen entwickelt hat, sieht der heutige Vertriebsleiter auch in der Weichenstellung während seiner damaligen Arbeit als Filialleiter begründet: “Als ich angefangen habe, waren wir sehr reifenlastig aufgestellt. Mittlerweile überwiegt aber der Autoservice-Anteil am Umsatz.” 

Kompetenz-Center: Hier im Norden Triers werden Servicearbeiten an Pkw, Transportern und in den letzten Jahren auch vermehrt an Camping-Fahrzeugen durchgeführt. “Lkw-Services waren hier auch mal ein Thema, aber das hat sich mittlerweile erledigt”, sagt Schäfer. Als ehemaliger MAN-Standort waren die Voraussetzungen dafür hier durchaus gegeben. Mittlerweile werden Commercial-Kunden jedoch in einem zweiten Euromaster-Betrieb im Trierer Westen bedient. Eine in der Vergangenheit diskutierte Zusammenlegung beider Standorte wurde bewusst verworfen. “Die beiden Filialen sind nur ca. sechs Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Mit dem Auto bräuchte man je nach Verkehr aber doch eine ganze Zeit lang dorthin. Auch mit Blick auf die Erreichbarkeit durch unsere Kunden haben wir uns gegen eine Fusion entschieden”, erläutert Berschens. Mittlerweile seien beide Betriebe ohnehin fest in ihrem jeweiligen Bereich etabliert, sodass sich die Entscheidung als richtig erwiesen habe. 

Reifenservice: In der Loebstraße wurden die Angebote im Bereich Kfz-Service in der jüngeren Vergangenheit stetig ausgebaut. “Stammkunden, die früher für den Reifenservice kamen, kommen jetzt auch zum Autoservice und lassen beispielsweise eine Inspektion hier machen”, führt Jens Schäfer aus. Auch die E-Mobilität spielt in diesem Zuge eine – wenn auch untergeordnete – Rolle. “Die Anzahl an Teslas in unserem Kundenpool wächst, ist aber noch überschaubar. Viele Fahrzeuge sind eben auch noch in der Garantie”, konstatiert Berschens. Gleichwohl sei man vorbereitet, versichert er: “Alle Mitarbeiter haben die erforderliche Hochvolt-3-Schulung.” Ein größeres Wachstum gebe es aktuell im Camping-Segment. Motorinstansetzungsarbeiten wie auch Aufbauten würden zunehmend häufiger nachgefragt. Trotz des mittlerweile überwiegenden Autoservice-Anteils ist der Reifenwechsel weiter fester Bestandteil der anfallenden Arbeiten. Rund 1.000 Reifensätze sind nach Berschens’ Aussage aktuell am Standort eingelagert. Eigens dafür wurde im vergangenen Jahr eine neue Lagerhalle errichtet.  

Flottengeschäft: Ein wichtiges Standbein des Betriebs ist außerdem der Rund-um-Service für die Fuhrparks ortsansässiger Unternehmen. Zu den Kunden zählen etwa der Caritas-Verband, der Trierer Amazon-Standort oder auch der Autovermieter LeasePlan. “Da wir teilweise auch das Holen und Bringen der Fahrzeuge übernehmen, sind wir damit ganz gut ausgelastet”, sagt Berschens. Für die Deutsche Post und ihre hiesige Flotte stellt das Team zudem einen 24h-Pannenservice sicher. “Zum Glück ist die Post aber in der Regel nicht mitten in der Nacht unterwegs”, so Berschens weiter.  

Nachbarschaft: Überhaupt funktioniert die Zusammenarbeit mit anderen regionalen Unternehmen vielfach ausgezeichnet. Schräg gegenüber der Euromaster-Filiale befindet sich etwa ein Motorradhändler, der auch eine entsprechende Werkstatt betreibt. “Dem schicke ich Zweirad-Kunden und er mir im Gegenzug Pkw-Kunden”, berichtet Jan Berschens, der selbst inzwischen keinen Zweirad-Reifenservice mehr anbietet. Ähnlich gut sind die Beziehungen auch zu anderen Nachbarn. Für das Autohaus Lorenz übernimmt der Euromaster-Stützpunkt Wartungs- und Servicearbeiten, während dank der nahegelegenen Niederlassung von TÜV Rheinland jeden Tag TÜV-Prüfungen durchgeführt werden können. “In anderen Werkstätten geht das vielfach nur noch an einem bestimmten Tag in der Woche”, weiß Berschens um die Vorteile dieser Kooperation. 

Das Team: Neben dem Filialleiter sind in dem Betrieb acht Mitarbeitende angestellt. Darunter befinden sich zwei Syrer sowie zwei Auszubildende, die den Beruf des Kfz-Mechatronikers erlernen. Jan Berschens legt nach eigener Aussage Wert auf Kollegialität und ein gutes Miteinander. Das sei aber auch manchmal nicht ganz einfach: “Wir sind eben neun unterschiedliche Charaktere”, stellt er lachend fest. Für viele Kunden gehört zudem auch Jens Schäfer ganz selbstverständlich (noch) zum Team des Standorts. Auch er wird vielfach persönlich und mit einem lockeren Spruch begrüßt.   

Ausbildung: Aufgrund schlechter Erfahrungen aus der Vergangenheit wollte Berschens ursprünglich auf die eigene Ausbildung verzichten. Über persönliche Kontakte hat er sich dann doch dazu bereit erklärt – und hat diesen Schritt nicht bereut. “Ich habe aber auch einen sehr guten Kfz-Meister, der die Azubis fördert und fordert”, so Berschens. Seine persönliche Herangehensweise bei der Suche neuer Mitarbeiter respektive deren Aus- und Weiterbildung beschreibt er so: “Ich bring’ dir alles bei und habe auch Geduld mit dir. Du musst selbst nur Bock auf die Arbeit haben.” Genau das hat er jedoch bei dem ein oder anderen Bewerber in der Vergangenheit vermisst. 

Leidenschaft: Der Fachkräftemangel und das Gewinnen neuer Mitarbeiter zählt für den Trierer Standort wie auch für Euromaster insgesamt zu den zentralen Herausforderungen. “Das ist ein Riesen-Thema, klar”, bestätigt Schäfer. Jan Berschens registriert zudem auf Kundenseite eine weitere Veränderung, die ihn und sein Team beschäftigt: “Gerade neue Kunden erwarten Services nach der Devise ‘Möglichst günstig und am besten gleich.’” Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit spielen eine untergeordnete Rolle, auch wenn das natürlich nicht für alle gilt. Die Leidenschaft für seine Arbeit lässt sich Berschens dadurch sowieso nicht nehmen. Das nahegelegene Luxemburg lockt Arbeitnehmer zwar in finanzieller Hinsicht, doch Geld alleine ist für ihn nicht die wichtigste Motivation. “Ich arbeite gerne hier. Hier passt der Umgang miteinander und der Spaß. Wat will ich mehr?”

Euromaster Trier
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