„Die Spaltung der Branche ist keine Katastrophe, sondern eine Chance für diejenigen, die eine konkrete Strategie verfolgen und entsprechend handeln. Die einen optimieren das etablierte Geschäft, die anderen erobern als Pioniere den Zukunftsmarkt. Beides kann funktionieren“, kommentiert Patrick Stüdemann, Head of Technical Training bei Meyle die Ergebnisse der Studie. Auffällig ist nämlich laut den Meyle-Verantwortlichen die Zurückhaltung bei konkreten Investitionen, denn nur 16 Prozent der befragten Betriebe schulen ihr Personal gezielt für die Arbeit an E-Fahrzeugen. Auch unter denjenigen, die E-Mobilität als Zukunftsthema einstufen, setzt nur rund ein Drittel konsequent auf Weiterbildung. Allerdings haben jene Werkstätten, die sich auf E-Mobilität ausrichten, klare Zielvorgaben: Neue Kundengruppen zu gewinnen (40,4 Prozent), sich auf das erwartete Marktwachstum vorzubereiten (36,2 Prozent) und sich Wettbewerbsvorteile verschaffen (31,9 Prozent).
Hingegen die Werkstätten, die sich eher auf den Verbrenner konzentrieren, stellen fest, dass schlicht die Nachfrage nach E-Services zu gering sei (39,6 Prozent). Darüber hinaus fehlt 22,6 Prozent die technische Ausstattung für E-Fahrzeuge, und 32,1 Prozent empfinden die notwendigen Investitionen als zu hoch. Patrick Stüdemann dazu: „Das Verbrennergeschäft funktioniert gerade so gut, dass viele Werkstätten aktuell kaum Grund für eine Veränderung sehen – doch wer nur auf die heutige Kundschaft schaut, könnte die Kunden von morgen übersehen.“
Daraus folgert Meyle, dass freie Werkstätten Unterstützung benötigen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Denn die Werkstätten selbst hegen für den Transformationsprozess klare Erwartungen an die Ersatzteilehersteller: 45 Prozent wünschen sich Zugang zu Ersatzteilen und Lösungen für E-Fahrzeuge, 37 Prozent benötigen technische Schulungen zu Elektro- und Hybridfahrzeugen, und 47 Prozent brauchen Zugang zu Diagnosewerkzeugen und Reparaturanleitungen. In dieser Hinsicht sieht sich Meyle in der Pflicht: „Als Ersatzteilhersteller sehen wir uns dabei als Brückenbauer – wir unterstützen Werkstätten dabei, ihren gewählten Weg erfolgreich zu gehen“, so Stüdemann.
Mehr zu dem Thema erzählt Patrick Stüdemann in unserem Interview-Podcast.