ams und Promobil veröffentlichen Ergebnisse

Milde Bewertungsstandards in Sommerreifentests

ReifentestDer Dunlop Blue Response TG überzeugt die Reifentester auf Anhieb in Performance-fokussierten Disziplinen.  Foto: Daniel Lorenz

Trotz dieses Aufrufs an die Reifenindustrie identifiziert die Reifentest-Mannschaft um Thiemo Fleck ausschließlich „gute”, „sehr gute” oder „überragende” Sommerreifen. An vorderster Stelle positioniert sich der Sumitomo-Neuling Dunlop Blue Response TG, den unsere Redaktion jüngst in Sevilla präsentiert bekam. Wir thematisierten in unserer Einordnung aktueller Sommerreifentests immer wieder die Bedeutung des Faktors Wirtschaftlichkeit – und im Zentrum das Kriterium Laufleistung. Der Reifentest von auto motor und sport spart dieses Kriterium aus. Die „Umweltwertung” konstituiert sich nur aus den Feldern „Rollwiderstand” und „Reifen/Fahrbahngeräusch”, was sich am EU-Reifenlabel orientiert. Umfassend substanziell wird eine Verkaufsberatung aber erst durch Anfütterung mit Informationen zum Laufleistungsvermögen eines Reifens – dies gilt auch für kleiner dimensionierte Reifengrößen. 

Der Dunlop Blue Response TG überzeugt die Reifentester auf Anhieb jedenfalls in Performance-fokussierten Disziplinen: „Überragende Haftung auf nassem und trockenem Asphalt, präzise, lenkspontan und spurwechselsicher. Sicher-breiter Grenzbereich”, so das Fazit des einzigen „überragenden” Gummis im Feld. Beim zweitplatzierten Vredestein Ultrac+ tritt die eingangs beschriebene Problematik offen zu Tage. Der Reifen des indisch-niederländischen Reifenherstellers fiel im Sommerreifentest des ADAC mit einer problematischen Laufleistungsprognose auf, auto motor und sport bemängelt lediglich einen „erhöhten Rollwiderstand”. Zudem habe der Ultrac+ ein „wenig präzises Kurvenverhalten mit trägem Anlenken auf trockenem Asphalt”. Am Ende steht dennoch ein „sehr gut”? In diesem milden Bewertungsduktus wird das weitere Ranking der „guten” Reifen erzählt: Michelin Primacy 5 („präziser Reifen mit guten Leistungen, harmonischer Dynamik – aber hohem Preis”), Falken e. Ziex („Effizienz-Empfehlung für E-Mobile”) und Firestone Roadhawk 2 („stark auf Nässe, aber leider wenig effizient”). „Gut” ist laut auto motor und sport auch der Continental EcoContact 6. Mit dem EcoContact7 findet sich aber bereits ein Nachfolger im Markt, der in der getesteten Größe nicht verfügbar war. Bei den ebenfalls „guten” Cooper Summer und Giti Synergy H2 tauchen weitere Fragen hinsichtlich des Bewertungsmodus auf. Sollte ein Reifen wie der Cooper Summer mit „grenzwertig langen Bremswegen auf trockener Bahn” als „gut” empfohlen werden? „Gerade noch gut – von echten A/A/A-Reifen aber weit entfernt”, bilanziert ams beim Giti Synergy H2 – in der Giti-Zentrale in Singapur dürfte man dennoch zufrieden sein. 

Sommerreifentest von Promobil

Etwas schärfer fallen die Urteile beim zeitgleich veröffentlichten Reifentest von Promobil aus. Welche Sommerreifen für Reisemobile und Camper auf Fiat-Ducato-Basis sind die besten? Diese Frage wollten die Reifentester der Motor Presse klären – auch in der Dimension 215/70 R15 C 109 S taucht der Faktor Laufleistung nur nebensächlich auf: „Michelin, Goodyear und Firestone? Sie scheinen konstruktiv und vor allem in ihrer Gummimischung eher auf andere Prioritäten wie etwa günstigen Rollwiderstand oder lange Laufleistung ausgelegt zu sein.” Gerade Vredestein und Nokian, die in diesem Kriterium in sämtlichen Reifentests im Markt nie Exzellenz dokumentieren konnten, landen in der Promobil-Wertung mit dem Comtrac 2+ und dem Cargoproof C vorne. Der Conti VanContact Ultra fährt mit „haftstarkem und sicherem Verhalten in Kurven und beim Ausweichen” auf Rang 3. Gelobt wird auch der „sehr niedrige Rollwiderstand/Kraftstoff”. Mit dem Michelin Agilis 3 („etwas längere Bremswege nass wie trocken”) und dem Goodyear Efficientgrip Cargo 2 („schmaler Grenzbereich”) sind zwei Premium-Produkte laut Promobil lediglich „noch empfehlenswert”. „Eingeschränkt empfehlenswert” sind der Barum Vanis 3 („sehr schwaches Bremsen auf nassem und trockenem Asphalt”) und der Firestone Vanhawk 3 („durchweg schwache Leistungen auf Nässe, indifferentes, wenig präzises Lenkverhalten, sehr hoher Rollwiderstand”). 

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