„Die sichere und umweltgerechte Altreifenentsorgung setzt voraus, dass Reifen frei von Batterien und elektronischen Bauteilen angeliefert werden. Landen RDKS-Sensoren im Altreifen-Container gefährdet dies nicht nur Mitarbeitende und Anlagen, sondern beeinträchtigt auch die gesamte Entsorgungskette“, betont Christina Guth als Sprecherin der ZARE. Im Regelfall verbleibt der Sensor bei der Demontage vom Reifen am Rad. In den Fällen aber, in denen der Sensor in einem Container am Reifen befestigt sei, sollte vor Anlauf der Verwertungskette sicherheitshalber nochmals überprüft werden, ob der Sensor auch wirklich entfernt sei.
RDKS-Sensoren enthalten in der Regel Lithiumbatterien, die bei mechanischer Belastung, Zerkleinerung oder thermischer Behandlung beschädigt werden können. Gelangen diese kleinen Batterien in die Entsorgungskette, besteht ein erhöhtes Risiko für Brände, Explosionen und Störungen in Recycling- und Verwertungsanlagen – insbesondere in Schredder- und Granulieranlagen. Knifflig wird es bei sogenannten Seal- oder Silent-Reifen. Diese enthalten zusätzliche Dichtmassen oder schalldämmende Materialien, die die stoffliche und thermische Verwertung ohnehin erschweren. In Kombination mit RDKS-Sensoren steigt laut ZARE der technische Aufwand erheblich, was zu Mehrkosten, Verzögerungen oder sogar zur Ablehnung der Reifenannahme führen könne.
Die Initiative ZARE appelliert eindringlich an Kfz-Werkstätten, Reifenfachhändler und Autohäuser, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und RDKS-Sensoren beziehungsweise Batterien getrennt zu sammeln und gemäß den geltenden Vorschriften für Elektroaltgeräte und Altbatterien zu entsorgen. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft bei Reifen erfordere klare Standards und die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die Initiative ZARE setzt sich gemeinsam mit ihren Partnern dafür ein, die Sicherheit in der Altreifenentsorgung zu gewährleisten und auf die wachsenden Herausforderungen durch moderne Reifentechnologien aufmerksam zu machen. An 26 Standorten decken die ZARE-Partner Deutschland und die Niederlande nahezu flächendeckend ab. Zum Netzwerk zählen Bender Reifen Recycling GmbH, Containertransporte Wesseler GmbH, CVS Reifen GmbH, Danninger OHG Spezialtransporte, Erwin Welzenbach Spedition GmbH, G & K Recycling Utsch GmbH, Hartung Speditions-, Handels- und Transport GmbH, HRV GmbH, Kargro B.V., Kurz Karkassenhandel GmbH, Mondo Reifenmarkt GmbH, MRH Mülsener Rohstoff- und Handelsgesellschaft mbH, Reifen Draws GmbH, Reifen Külshammer, Reifengruppe Ruhr und Reifen Oka.
Christina Guth wirkt auch als Netzwerkkoordinatorin der Allianz Zukunft Reifen (AZuR). Diese engagiert sich seit 2020 europaweit für eine nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft und hat nun den Gründer-Wettbewerb "Loop the tyre 2026" ins Leben gerufen. AZuR ruft "kreative Vordenker" dazu auf, sich mit ihren Ideen für eine nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft zu bewerben. Ob neue Materialien, clevere Recyclingverfahren, digitale Tools oder Geschäftsmodelle – gesucht wird alles, was den Lebenszyklus von Reifen verlängert, Emissionen senkt und Rohstoffe im Loop hält. Bewerbungsschluss ist der 15. Mai 2026.