Hoher Anteil an Importmarken

Nachfrage nach E-Autos in Deutschland zieht massiv an

AdobeStock_E-Autos368.006 rein batterieelektrische Pkw (BEVs) wurden 2026 bisher zugelassen.  Foto: Ronald Rampsch - stock.adobe.com

Im Juni 2026 wurden 296.378 Pkw neu zugelassen – ein sattes Plus von 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für das gesamte erste Zulassungshalbjahr beläuft sich das Gesamtvolumen auf 1.484.393 Neuwagen. Dies entspricht zwar einer Steigerung um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau: Im ersten Halbjahr 2019 wurden zum Vergleich noch 1.849.000 Erstzulassungen registriert. Besonders war dabei die Entwicklung, die sich bei den E-Autos abzeichnete. 84.057 vollelektrische Fahrzeuge (BEV) kamen im Juni 2026 zur Zulassung und damit satte 78,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Betrachtet man das gesamte erste Halbjahr, zeigt sich ein Zulassungsplus von 48,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, bei insgesamt 368.006 rein batterieelektrischen Pkw (BEVs). Der BEV-Gesamtmarktanteil lag in Summe der ersten sechs Monate 2026 bei 24,8 Prozent, rund 7,1 Prozentpunkte höher als im ersten Halbjahr 2025. Hiervon konnten insbesondere internationale Marken profitieren, die mit 164.203 Fahrzeugen einen Anteil von 44,6 Prozent am gesamten BEV-Markt hielten. Ein Akteur stach dabei besonders hervor: Tesla. Wurde der amerikanische E-Auto-Bauer im vergangenen Jahr deutlich abgestraft, feiert er zurzeit ein Comeback: Allein in der ersten Jahreshälfte hat der amerikanische E-Autobauer hierzulande bereits 28.857 Fahrzeuge zugelassen, ein Anstieg um 224,6 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. Auch Plug-In-Hybride (PHEV) verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 einen Zuwachs: Die PHEV-Neuzulassungen stiegen seit Jahresbeginn um 17,9 Prozent auf 163.793 Fahrzeuge und hatten damit einen Marktanteil von 11,0 Prozent (+1,1 Prozentpunkte). Der PHEV-Marktanteil der internationalen Marken lag in diesem Zeitraum bei ca. 40,7 Prozent. Insgesamt kommen die Elektrofahrzeuge – also BEV und PHEV zusammen – im ersten Halbjahr 2026 auf 531.799 Neuzulassungen, 37,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ihr Marktanteil lag damit bei 35,8 Prozent.

Hinter der wachsenden Beliebtheit der E-Mobilität stecken mehrere Gründe: Fahrerinnen und Fahrer von E-Autos zeigen sich von deren Technologie und Fahrweise zunehmend überzeugt, auch halten E-Auto-Batterien mitunter länger als zunächst angenommen. Positiv zur Entwicklung trug laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zudem die seit dem 19. Mai beantragbare neue E-Förderung bei, die dazu geführt habe, dass im Mai dieses Jahres erstmals seit dem Umweltbonusende Ende 2023 mehr BEV auf Privatpersonen als auf Firmen neu zugelassen wurden. Laut DAT-Barometer vom Juni 2026 haben zudem hohe Kraftstoffpreise zu einer gestiegenen Nachfrage nach BEV geführt.

Chinesische E-Auto-Marken weiten ihren Marktanteil aus

Die Neuzulassungen von internationalen Marken nahmen im Zeitraum vom Januar bis Juni 2026 um 7,7 Prozent zu, und machten rund 44,2 Prozent des Gesamtmarktes aus. Während die VW-Tochter Škoda als Volumenmarke mit 128.218 Einheiten traditionell einen signifikanten Anteil beisteuert, fällt vor allem das kräftige Plus chinesischer Hersteller ins Auge. Prominentes Beispiel ist BYD: Mit 26.252 Neuzulassungen im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen ein Wachstum von 315 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und sicherte sich einen Marktanteil von 1,8 Prozent. Insbesondere der Juni beflügelte die chinesische Automarke mit 6.259 Neuzulassungen und einem Zulassungsplus im Vergleich zum Vorjahresmonat um 273 Prozent. Auch die hierzulande etablierte Marke MG verbuchte in diesem Jahr bisher bereits 16.152 Neuzulassungen. Leapmotor, die auch vom Joint-Venture mit Stellantis profitiert, kam auf 8.402 Neuzulassungen (+306 Prozent), während die Tech-Schmiede Xpeng ihren Absatz mit 3.357 zugelassenen Autos ebenfalls deutlich steigern konnte.

Zwar sind die Newcomer noch weit davon entfernt, den deutschen Platzhirschen gefährlich zu werden. Zum Vergleich: VW kam von Januar bis Juni 2026 auf 273.747 Neuzulassungen, gefolgt von Škoda (128.218), BMW (126.766) und Mercedes (125.960). Bekannten japanischen Marken kommen die Herausforderer aus Fernost hingegen immer näher: Toyota verzeichnete in 2026 bislang 32.206 Erstzulassungen, Nissan 16.742, Suzuki 11.436 und Mitsubishi 6.912. Zudem bleibt China im Expansionsmodus und drängt mit immer neuen Akteuren auf den deutschen Markt, die zudem vom E-Auto-Boom profitieren könnten. Die Marke Zeekr startete den Verkauf ihrer Fahrzeuge hierzulande im Dezember 2025 und baut seitdem das Standort- sowie künftig ein Händlernetzwerk auf. Geely Auto betrat Anfang dieses Jahres den Markt, mit dem Anspruch, sich „nachhaltig als relevanter Akteur im deutschen Automobilmarkt zu etablieren“ und mit Chery steht bereits die nächste Marke in den Startlöchern: Der offizielle Marktstart in Deutschland ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.

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